Netflix darf etwa während der Live-Übertragung der Oscars auf dem US-Fernsehsender ABC keine Werbung mehr schalten.

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Netflix darf bei vielen von Disneys Unterhaltungssendern keine Werbung mehr schalten. Das hat der Konzern aufgrund seiner eigenen Pläne für Streamingangebote entschieden, berichten "Wall Street Journal" und "CNN". Das gilt jedoch nicht für alle Tochterunternehmen, etwa beim Sport-Sender ESPN soll das künftig weiterhin möglich sein, da der Dienst keine Live-Sportübertragungen anbietet. Jedoch wird es bei den US-Sendern ABC, FX, Freeform und National Geographic keine Werbung von Netflix mehr gegeben. Beispielsweise kann der Streaminanbieter keine Werbung mehr zwischen der jährlichen Live-Übertragung der Oscars auf ABC schalten.

Serien abgesetzt

Disney geht schon länger scharf gegen seinen Konkurrenten vor: 2017 hörte der Konzern auf, Lizenzen an Netflix für seine Inhalte zu verkaufen. Auch produzierte das Unternehmen zuvor für Netflix Inhalte aus dem Marvel-Universum, etwa "Daredevil" und "Jessica Jones" – sämtliche Serien wurden mittlerweile abgesetzt.

Im November wird Disneys eigener Streamingdienst Disney+ in den USA starten. Dort können Nutzer um 6,99 US-Dollar pro Monat eine Vielzahl an Inhalten aus Disneys jahrzehntealten Repertoire ansehen. Auch wird es neue Originals des Konzerns auf der Plattform geben.

Konkurrenz steigt

Für Netflix stehen harte Zeiten bevor: Disney gibt es seit 1928, in dieser Zeit wurde geradezu ein Medienimperium aufgebaut. Der Konzern hat eine Armada an erfolgreichen Inhalten zu bieten – mit Serien wie "Star Wars" und den "Simpsons" oder Charakteren wie Donald Duck. Dazu kommt, dass Disney zu 60 Prozent den populären US-Streamingdienst Hulu besitzt. Auch steigt die Fragmentierung am Streamingmarkt immer weiter. Wer alle populären Serien legal sehen will, muss gleich mehrere Dienste abonnieren. (red, 5.10.2019)