Mehrere Menschen haben das Unglück überlebt und wurden von der italienischen Küstenwache gerettet.

Foto: Pasquale Claudio Montana Lampo/ANSA via AP

Rom/Lampedusa – Ein Flüchtlingsboot mit circa 50 Personen an Bord ist in der Nacht auf Montag vor Lampedusa gekentert. Neun Leichen wurden geborgen, 22 Personen, darunter einige Kinder, wurden gerettet, teilte die italienische Küstenwache mit.

Die Küstenwache suchte noch nach Vermissten, darunter könnten auch acht Kinder sein. Schiffe der Küstenwache brachten die Überlebenden und die Todesopfer nach Lampedusa. Hubschrauber waren auf der Suche nach weiteren Überlebenden. Schlechtes Wetter und hohe Wellen erschwerten die Suchaktion.

Hilferuf an Küstenwache

Das Unglück ereignete sich etwa eine Seemeile vom Hafen Lampedusas entfernt. Das Wetter hatte sich im Seeraum vor der süditalienischen Insel wesentlich verschlechtert. Die Küstenwache hatte in der Nacht auf Montag einen Hilferuf erhalten und Schiffe zur Rettung der Menschen geschickt.

Laut Berichten war das Boot gekentert, als die Menschen sich beim Versuch, in ein Schiff der Küstenwache einzusteigen, auf eine Seite gedrängt hatten. Auch wegen der hohen Wellen sei das Boot gekentert.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtete, dass das Boot von Tunesien aus abgefahren sei und tunesische und westafrikanische Flüchtlinge an Bord hatte. "Das zeigt, dass dringend gehandelt werden muss, um auf die Situation im Mittelmeer zu reagieren", sagte UNHCR-Sprecher Charlie Yaxley zu Reuters.

Salvini reagierte prompt

Der Chef der italienischen Rechtspartei Lega und ehemalige Innenminister Matteo Salvini sprach von einer "Katastrophe". "Die Regierung soll die Migrantenabfahrten stoppen, oder es wird zu einer Katastrophe kommen. Italiens Häfen sind wieder offen, und das sind die Folgen", schrieb er auf Twitter.

Die italienische Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans rief Italiens Regierung dazu auf, die von ihr beschlagnahmten Schiffe freizugeben, damit diese bei Such- und Rettungsaktionen eingesetzt werden können. Man dürfe nicht zulassen, dass Migranten wenige Seemeilen vor den europäischen Küsten sterben. (APA, red, 7.10.2019)