Der Beschuss mit Tränengas hält an. Demonstranten versuchen die Kartuschen zu löschen.

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Paris/Brüssel/Hongkong – Die chinesische Botschaft in Paris hat die Haltung der Europäischen Union zu den Protesten in Hongkong scharf kritisiert. Eine Erklärung der vergangenen Woche, in der Brüssel einen Polizeischuss auf einen jungen Demonstranten als "besorgniserregend" bezeichnet hatte, sei "kriminell und sehr gefährlich", erklärte die Botschaft am Montag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter.

Eine Sprecherin der EU-Kommission hatte alle Seiten am vergangenen Dienstag zur "Deeskalation" und "Zurückhaltung" aufgerufen, nachdem die Proteste in Hongkong eskaliert waren. Bei einer Demonstration parallel zu den Feiern zum 70. Jahrestag der Volksrepublik China hatte ein Polizist einen 18-jährigen Schüler mit einem Schuss in die Brust verletzt.

Vermummungsverbot

Die chinesische Botschaft in Paris kritisierte, die EU stelle das Recht der Polizei in Hongkong in Frage, sich selbst zu verteidigen. "Die Europäische Union glorifiziert die Übergriffe der Krawallmacher", hieß es zudem.

Die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone hatte nach dem Vorfall ein Vermummungsverbot verhängt, dem sich Zehntausende Menschen am Sonntag widersetzten. In Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste gegen die wachsende Einflussnahme der Regierung in Peking und die Beschneidung der Bürgerrechte.

Auch am Montag gab es wieder Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten. Außerhalb der Prince-Edward-U-Bahn-Station schossen Polizisten mit Tränengas auf die menschen. Hunderte hatten sich in den Einkaufszentren der Stadt versammelt, um "Freiheit" zu fordern. Die erwarteten Straßenproteste fielen aber kleiner aus, da in den vergangenen Tagen die Gewalt der Behörden hoch war. (APA, red, 7.10.2019)