Ein syrisches Kind spielt in einem Lager auf der griechischen Insel Lesbos.

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Ein UNHCR-Flüchtlingscamp nahe der Stadt Kilkis im Norden Griechenlands.

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Genf/Wien – Laut einem Bericht des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) kamen in diesen Jahr zwischen Jänner und September rund 81.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Im Vergleichszeitraum 2018 waren es 103.000.

Mehr als ein Viertel der ankommenden Menschen seien Kinder, "viele von ihnen sind unbegleitet oder wurden von ihren Eltern getrennt", wird Pascale Moreau, Direktorin des UNHCR-Europabüros in einer Aussendung zitiert. "In ganz Europa werden insbesondere unbegleitete Kinder häufig in großen Zentren mit minimaler Aufsicht untergebracht, wodurch sie weiterem Missbrauch, Gewalt und psychischen Belastungen ausgesetzt werden und das Risiko steigt, dass sie weiterziehen oder verschwinden."

Die meisten Ankünfte in Griechenland

Die europäischen Staaten müssten sich verstärkt darum bemühen, Flüchtlings- und Migrantenkinder zu schützen, fordert das UNHCR in dem am Montag veröffentlichten Bericht. Die Kinder hätten oft mit fehlenden oder unsicheren Unterkünften zu kämpfen, würden falsch registriert oder unangemessen betreut.

Griechenland hat laut dem Papier heuer die meisten Migranten-Ankünfte im Mittelmeerraum verzeichnet – mehr als Spanien, Italien, Malta und Zypern zusammen. Bisher sind fast 13.000 Kinder auf dem Seeweg nach Griechenland gekommen, darunter fast 2.100 unbegleitete Kinder. Sie stammten etwas aus Afghanistan oder Syrien. "Die Bedingungen in den überfüllten Aufnahmezentren auf den griechischen Ägäis-Inseln, in denen diese Kinder untergebracht werden, sind äußerst besorgniserregend", heißt es im Bericht.

Appell für die Umsiedlung von Kindern

Die griechischen Behörden hätten Maßnahmen angekündigt, um die Zahl der Menschen in den Zentren zu reduzieren und es gebe positive Entwicklungen, wie die Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien. Bis Ende September hätten sich die meisten unbegleiteten Kinder in Griechenland jedoch immer noch in ungeeigneten Unterkünften befunden.

Angesichts der "extrem riskanten Bedingungen", denen sie ausgesetzt seien, appelliert UNHCR an die europäischen Staaten, als Zeichen der Solidarität, Plätze für die Umsiedlung der Kinder zur Verfügung zu stellen und die Verfahren zur Familienzusammenführung zu beschleunigen.

Zugang zu Bildung

Das UNHCR fordert die europäischen Staaten auf, Kinder bei der Einreise nicht zu inhaftieren, ausgebildete Obsorge-Berechtigte oder Sozialarbeiter zu ernennen und sicherzustellen, dass Flüchtlings- und Migrantenkinder Zugang zu Bildung erhalten. Darüber hinaus brauche es ganzheitliche und multidisziplinäre Methoden, um das Alter eines Kindes festzustellen. So könnten Staaten den Schutz für Flüchtlings- und Migrantenkinder verbessern und besser bestimmen, wie das Kindeswohl am besten gewahrt werden kann, wozu auch Lösungen außerhalb Europas zählen könnten. (APA, 14.10.2019)