Munas Dabbur schnürte in Beershewa gegen die weiter punktelosen Letten einen Doppelpack.

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Rodrigo bewahrte Spanien in Solna spät vor einer Niederlage.

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Andrea Belotti und die Squadra Azzurra hatten mit Liechtenstein viel Spaß.

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Wien – Spanien hat am Dienstag vorzeitig das Ticket für die EM 2020 gelöst. Die Iberer erreichten in Schweden ein 1:1 und profitierten in Gruppe F vom gleichzeitigen 1:1 Rumäniens daheim gegen Norwegen. In Gruppe D sind die Schweizer dank eines 2:0-Heimsiegs über Irland wieder auf Kurs.

Israel wahrte die letzte theoretische Chance auf eine EM-Teilnahme. Die Mannschaft von Andreas Herzog gewann in der Österreich-Gruppe G das Heimspiel gegen das punktelose Schlusslicht Lettland 3:1 und liegt damit zwei Runden vor Schluss fünf Punkte hinter der zweitplatzierten ÖFB-Auswahl.

Ex-Salzburger Munas Dabbur traf in der 16. und 42. Minute, das dritte Tor steuerte Eran Zahavi bei (26.). Mit elf Treffern ist der China-Legionär bester Torschütze der gesamten EM-Qualifikation. Für den lettischen Ehrentreffer sorgte Vladimirs Kamess (40.).

Haris Seferovic brachte die Schweiz in der 16. Minute in Führung, die Entscheidung brachte ein Eigentor von Shane Duffy (93.). Davor hatte Ricardo Rodriguez einen Elfmeter für die Schweiz vergeben (77.) und Irlands Seamus Coleman Gelb-Rot gesehen (76.).

Irland droht nun die EM zu verpassen, hat es doch als Zweiter bei einem Punkt Vorsprung auf die Schweiz nur noch das Heimspiel gegen Spitzenreiter Dänemark. Die Schweizer wären mit Siegen in ihren letzten beiden Partien gegen Georgien und Gibraltar definitiv bei EM dabei. Blendend gelaunt war daher Teamchef Vladimir Petkovic. "Ich möchte meinen Spielern für die mentale, spielerische und physische Überlegenheit gratulieren", sagte der 65-Jährige.

Vor dem Match gegen Irland hatten die Schweizer eine 0:1-Niederlage in Dänemark kassiert, die heftige Kritik an Petkovic und seiner Mannschaft zur Folge hatte. "Vor drei Tagen waren wir tot, jetzt leben wir wieder und feiern das", erklärte Petkovic.

Schon definitiv gebucht ist der EM-Platz der Spanier. Rodrigo egalisierte in der 92. Minute den Rückstand durch Marcus Berg (51.), womit der Weltmeister von 2010 zwei Runden vor Schluss nicht mehr aus den Top zwei zu verdrängen ist. Schweden liegt fünf Punkte und Rumänien nach dem 1:1 zu Hause gegen Norwegen sechs Punkte hinter dem Tabellenführer. Da beide noch ein direktes Duell absolvieren, kann Spanien nur noch von maximal einem Team überholt werden.

Die Erleichterung bei Teamchef Robert Moreno war spürbar. "Es ist großartig, dass wir es jetzt schon geschafft haben. Das nimmt uns vor den letzten Partien im November viel Druck. Für eine Mannschaft wie Spanien ist eine EM-Teilnahme ein Muss. Trotzdem ist es ein schöner Erfolg, wenn man sie fixiert hat." Große Euphorie wollte allerdings nicht aufkommen. Die Leistung sowohl in Schweden als auch drei Tage zuvor beim 1:1 in Norwegen ließ Zweifel aufkommen, ob die Spanier ein ernsthafter Titelanwärter sein werden.

In Gruppe J zeichnet sich die erste EM-Teilnahme überhaupt von Finnland ab. Die Finnen feierten einen 3:0-Heimsieg über Armenien und haben damit zwei Partien vor dem Ende Rang zwei jeweils fünf Punkte vor den Armeniern und Bosnien-Herzegowina (1:2 in Griechenland) abgesichert.

Die bereits als Gruppensieger feststehenden Italiener gewannen in Liechtenstein 5:0. Die Liechtensteiner sind am 15. November nächster Gegner der Finnen, die mit einem Sieg in dieser Partie definitiv bei der EM wären.

Das 5:0 in Liechtenstein war Italiens bereits neunter Sieg in Folge. Eine derartige Serie legte das Team zuletzt von 1938 bis 1939 unter Vittorio Pozzo hin. Mit dem legendären Trainer wurde Italien 1934 und 1938 Weltmeister sowie 1936 Olympiasieger. "Zwei Weltmeistertitel und ein Olympiasieg wären schön, aber ich wäre schon mit einem Europameistertitel zufrieden", sagte Teamchef Roberto Mancini. (APA, 15.10.2019)

EM-Qualifikation, 8. Runde, Dienstag

Gruppe G:

Israel – Lettland 3:1 (3:1) Tore: Dabbur (16., 42.), Zahavi (26.) bzw. Kamess (40.)

Gruppe D:

Schweiz – Irland 2:0 (0:0) Tore: Seferovic (16.), Duffy (93./Eigentor). Rote Karte: Coleman (76./Irland)

Gibraltar – Georgien 2:3 (0:2) Tore: Casciaro (66.), Chipolina (74.) bzw. Kharaishvili (10.), Kankava (21.), Kvilitaia (84.)

Gruppe F:

Schweden – Spanien 1:1 (0:0) Tor: Berg (51.) bzw. Rodrigo (92.)

Rumänien – Norwegen 1:1 (0:0) Tor: Mitrita (62.) bzw. Sorloth (92.)

Färöer – Malta 1:0 (0:0) Tor: Baldvinsson (71.)

Gruppe J:

Finnland – Armenien 3:0 (1:0) Tore: Jensen (31.), Pukki (61., 86.)

Liechtenstein – Italien 0:5 Tore: Bernardeschi (2.), Belotti (70., 92.), Romnagnoli (77.), El Shaarawy (82.)

Griechenland – Bosnien-Herzegowina 2:1 Tore: Pavlidis (30.), Kovacevic (88./Eigentor) bzw. Gojak (35.)