Wenn Täter es schaffen, einen Bankomaten zu hacken, haben sie den Jackpot geknackt.

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Immer häufiger greifen Kriminelle zu der Methode des "Jackpotting": Sie installieren Schadsoftware auf einem Bankomaten oder verbinden gleich ihr eigenes Gerät, um Geld aus dem Tresor zu stehlen. Eines dieser Programme, genannt "Cutlet Maker", kann etwa um 5.000 Dollar erstanden werden und zeigt auf dem Bildschirm des Bankomaten danach ein Video eines Kochs, der Koteletts brät.

Zehn Fälle

Recherchen des Bayerischen Rundfunks gemeinsam mit "Motherboard" haben ergeben, dass die spezialisierte Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen allein momentan zehn Fälle mit einer Schadenssumme von insgesamt über 1,4 Millionen Euro untersucht. Betroffene Hersteller der Bankomaten wollen oft die Geschehnisse nicht kommentieren oder verweisen darauf, dass andere Unternehmen ebenso betroffen seien.

Kette an Lücken

IT-Sicherheitsexperten zufolge würden Angreifer oft bewusst nach einem bestimmten Gerätetyp suchen und bei ihren Raubzügen nach diesem Ausschau halten. Schließlich wüssten sie dann, welche Schwachstellen das Gerät hat und könnten eine Kette an Sicherheitslücken ausnutzen. Vor allem in den USA ist "Jackpotting" besonders populär. Betroffene Banken würden die Ermittlungen erschweren, da sie ungerne nähere Informationen teilen.

Sicherheitsmaßnahmen beachten

Sie könnten sich laut dem IT-Sicherheitsexperten Frank Boldewin, mit dem "Motherboard" und der Bayerische Rundfunk gesprochen haben, schützen, indem sie beispielsweise Updates einspielen und die Geräte so aktuell halten. Zudem sei es wichtig, die Windows-Oberfläche abzusichern. Dabei müssten die Berechtigungen so abgesichert werden, dass nicht jeder User beliebig Programme ausführen darf. Auch müsste über die Gerätekontrolle das Anschließen von externen Geräten über USB unterbunden werden. Weiters empfiehlt er, die Festplatte zu verschlüsseln und eine sichere Kommunikation der Automaten sicherzustellen. (red, 16.10.2019)