Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha litten die Marathonläufer unter der großen Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Auch hinsichtlich Olympia in Tokio macht sich das Internationale Olympische Komitee Sorgen.

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Tokio/Sapporo – Unter der Hitze zusammenbrechende Marathonläufer wie zuletzt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Katar soll es bei den Olympischen Sommerspielen im kommenden Jahr (24. Juli bis 9. August 2020) nicht geben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will die Bewerbe auf der längsten Laufstrecke und im Gehen von Tokio nach Sapporo verlegen, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch.

Dies würde bedeuten, dass die Athleten deutlich geringere Temperaturen auszuhalten hätten. IOC-Präsident Thomas Bach betonte, dass die Gesundheit und das Wohlergehen der Sportler im Mittelpunkt stünden: "Die neuen, weitreichenden Ankündigungen, den Marathon und die Rennen der Geher zu verlegen, zeigen, wie ernst wir die Sorgen nehmen."

Mit Lemawork Ketema und Peter Herzog sind zwei österreichische Marathoni für das Olympia-Rennen über 42,195 km in Japan bereits qualifiziert. Bei den Frauen strebt Eva Wutti am 1. Dezember in Valencia die geforderte Norm an.

Moderatere Bedingungen

Im 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegenen Sapporo auf der Insel Hokkaido liegen die Tagestemperaturen im Hochsommer um fünf bis sechs Grad unter denen in Tokio, wo Ende Juli/Anfang August in der Regel Spitzenwerte von 35 Grad Celsius und mehr herrschen. Zudem ist die Luftfeuchtigkeit in der Ausrichterstadt der Winterspiele von 1972 deutlich geringer. Leichtathletik-Präsident Sebastian Coe teilte mit: "Wir werden mit dem IOC und dem Organisationskomitee Tokio 2020 bei der Verlegung der Straßenrennen nach Sapporo weiter zusammenarbeiten."

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften zuletzt in Katar litten Marathonläufer und Geher unter den hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit, obwohl ihre Wettbewerbe tief in der Nacht stattfanden. Fernsehbilder von Langstrecklern, die völlig entkräftet aufgaben, gingen um die Welt.

Sondersitzung

Die mögliche Verlegung der olympischen Straßenrennen steht im Mittelpunkt einer Sondersitzung vom 30. Oktober bis 1. November in Tokio. Das IOC wird das Thema mit der Gastgeberstadt Tokio, mit dem Leichtathletik-Weltverband, den Nationalen Olympischen Komitees und den Fernsehanstalten diskutieren.

Seit der Vergabe der Spiele in die japanische Hauptstadt 2013 haben sich IOC und Organisationskomitee mit dem Thema Hitze befasst. Während der Testwettkämpfe in den vergangenen Monate wurden viele Maßnahmen ausprobiert: mehr Schatten, Wassersprüh-Anlagen, bessere Versorgungsmöglichkeiten mit Trinkwasser zum Beispiel. Die ersten Spiele von Tokio fanden vom 10. bis 24. Oktober 1964 bei herbstlichen Temperaturen statt, die zweite Auflage nun aber in der heißesten Phase des Jahres. (APA/dpa, 16.10.2019)