Stoßzeit in Londons Metro-Netz – bei Streiks auch ohne Handgreiflichkeiten nicht unbedingt angenehm.

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London – In London ist es Donnerstagfrüh zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen aufgebrachten Pendlern, die rechtzeitig in die Arbeit kommen wollten, und Vertretern der Klimaaktivistengruppe Extinction Rebellion ("Rebellion gegen das Aussterben") gekommen. Auf einem Video ist zu sehen, wie zwei Aktivisten, die sich auf den Dächern der U-Bahn-Linie Jubilee Line postiert hatten, von verhinderten Fahrgästen heruntergezogen beziehungsweise mit Essen beworfen wurden.

Der Vorfall ereignete sich in der Station Canning Town in Ostlondon, zuvor hatten die Klimaaktivisten ein Banner aufgespannt, auf dem zu lesen war: "Business as usual = death" ("Weitermachen wie bisher = Tod"). Die beiden wurden von den aufgebrachten U-Bahn-Passagieren verprügelt, bevor sie von der Polizei verhaftet wurden. Laut der für den Schienenverkehr zuständigen Polizei wurden insgesamt vier Personen verhaftet. Zwischenfälle gab es auch in den Stationen Shadwell und Stratford, alle in der Nähe des Finanzdistrikts Canary Wharf.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte laut Sky News, er verurteile die U-Bahn-Blockade nachdrücklich. Es handle sich um eine "rechtswidrige Handlung", die äußerst gefährlich und kontraproduktiv sei und überdies den öffentlichen Verkehr auf inakzeptable Weise behindere. Die Aktionen seien auch eine "unfaire Belastung für die ohnehin schon überlastete Polizei". Er forderte die Demonstranten auf, "friedlich und innerhalb der Grenzen des Gesetzes zu protestieren". (nim, 17.10.2019)