AT&S zieht in China mit einer Mega-Investition sein drittes Werk in dem Land hoch.

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Der börsennotierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S setzt stark auf China und zieht dort mit einer Mega-Investition sein drittes Werk in dem Land hoch, das ab Ende 2021 produzieren soll. "Der Asien-Schwerpunkt hilft uns durchaus auch, in Österreich zu bleiben und profitabel zu bleiben", sagte AT&S-Finanzchefin Monika Stoisser-Göhring am Donnerstag auf der Gewinn-Messe.

Investments

Vom Investment von 1 Mrd. Euro sei nicht alles für das dritte China-Werk vorgesehen, sondern ein Teil davon auch für das Stammwerk in Leoben-Hinterberg in der Steiermark. Denn aus Österreich würden Vormaterialien nach China gehen, die dort weiterverarbeitet werden. Von den rund 10.000 ATS&S-Mitarbeitern sind etwa 1.300 in Österreich tätig.

Ab dem Jahr 2022 werde das neue Werk in Chongqing in Zentralchina, wo derzeit schon 2.400 Leute arbeiten (weitere 4.500 in Shanghai) die ersten Umsätze und Ertragsbeiträge liefern, sagte Stoisser-Göhring. Der Handelskrieg mit China sei "jetzt" ein heißes Thema, werde sich aber "mittelfristig lösen", zeigte sich die Finanzchefin überzeugt. AT&S selbst sei in China nicht direkt von US-Zöllen betroffen, selbes gelte auch für den Handelskonflikt zwischen Korea und Japan, wo die Supply-Chain ebenfalls so weiter laufe wie bisher. Auf China setze man, weil das Land mittlerweile der größte Weltmarkt und damit auch ein sehr großer Absatzmarkt sei. Es spiele sich "alles in Asien" ab, AT&S habe in China seit 2001 sehr großes Know-how erworben.

China-Expansion

Speziell die China-Expansion soll AT&S dabei helfen, binnen fünf Jahren den Umsatz auf 2 Mrd. Euro zu verdoppeln. Und weil man sehr auf das lukrative High-End-Segment setze, das besonders stark wachse, laute das EBITDA-Margen-Ziel für in fünf Jahren auf 25 bis 30 Prozent gegenüber aktuell 20 bis 25 Prozent. Global soll das High-End-Segment bis 2024 rund 10 Prozent im Jahr wachsen. Auch in den anderen Segmenten sehe man aber mit neuen Applikationen ein Wachstum.

Zwei Drittel der AT&S-Umsätze entfallen auf Mobile Devices und sogenannte Substrats, ein Drittel auf Automotive/Industrial/Medical. Zwei Drittel der Umsätze macht AT&S in Amerika, etwa mit den großen Smartphone- und Prozessor-Herstellern, ein Fünftel in Deutschland und Österreich. Am 7. November will AT&S die Ergebnisse für das zweite Quartal 2019/20 vorlegen. (APA, 17.10.2019)