Foto: REUTERS/Lucy Nicholson

Der erfolgsverwöhnte Konzern Netflix sieht sich einer Klage ausgesetzt. Der mit Stars wie Meryl Streep, Antonio Banderas und Gary Oldman besetzte Film "Die Geldwäscherei" über den weltweit als "Panama Papers" bekannt gewordenen Steuerskandal wird Thema vor Gericht. Die in den Fall verstrickte Kanzlei Mossack Fonseca hat Klage vor einem Gericht in Connecticut gegen den US-Filmverleiher eingereicht, der den Streifen von Steven Soderbergh in die Kinos bringt.

Vorwurf: Anwälte diffamiert

"In seinem Film werden die Kläger (Mossack und Fonseca) als rücksichtslose, gleichgültige Anwälte diffamiert und porträtiert, die an Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Bestechung und/oder anderen kriminellen Handlungen beteiligt sind", heißt es in der Reuters vorliegenden Klageschrift. Die Kanzlei von Jürgen Mossack und Ramon Fonseca wurde 2018 geschlossen. Die beiden Anwälte wollten keine Stellungnahme zu dem Film abgeben. Eine den beiden nahestehende Person sagte Reuters, das Durchstechen der firmeninternen Dokumente sei "Informationsdiebstahl" und illegal.

Bei den sogenannten "Panama Papers" handelt es sich um vertrauliche Unterlagen, die ein internationales Recherchenetzwerk im Frühjahr 2016 durchkämmt hatte. Dabei wurde enthüllt, wie Politiker, Sportfunktionäre, Milliardäre, Prominente und Kriminelle von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen in Panama nutzten, um Steuern in ihren Heimatländern zu umgehen.

In dem offiziellen Trailer zu "Der Geldwäscherei" wird die folgende Frage gestellt und beantwortet: "Wie bleiben 15 Millionen Millionäre in 200 Ländern reich? Mit Anwälten wie diesen." (Reuters/APA, 17.10.2019)