Fünf Autos wurden angezündet.

Foto: reuters / lupi

Valletta – Zu Unruhen ist es in der Nacht auf Montag in einer Flüchtlingseinrichtung auf Malta gekommen. Fünf Autos und ein Container wurden angezündet. Die maltesische Polizei, die eingriff, wurde von Flüchtlingen mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Auch ein Polizeiauto wurde beschädigt, berichtete "The Times of Malta".

Seit Monaten demonstrieren Migranten in geschlossenen Einrichtungen für Flüchtlinge ohne Aufenthaltsgenehmigung auf Malta gegen die Lebensbedingungen und gegen lange Wartezeiten, bis Asylanträge geprüft werden. Die Revolte im Auffangzentrum in Hal Far sei ausgebrochen, nachdem die Forderung einer Gruppe von Migranten, in ein offenes Auffangzentrum verlegt zu werden, abgelehnt wurde, berichtete das Blatt.

Helfer nicht überrascht

Maltas Auffanglager sind überfüllt, nachdem in den vergangenen Monaten mehrere hundert Migranten die Insel erreicht haben. Viele von ihnen sollen in andere EU-Länder gebracht werden, was bisher jedoch nicht erfolgte.

Maria Pisani, Leiterin des Hilfswerks Integra, zeigte sich über die Revolte nicht überrascht. "Wir sind schon seit Monaten wegen der Lage in Hal Far besorgt", sagte sie. Migranten und Hilfsorganisationen beklagen schon seit längerer Zeit die schlechten Lebensbedingungen in den Lagern.

"Die Leute haben Angst und wissen nicht, wo sie hin sollen", sagte Pisani zu "Malta Today". Es brauche eine Untersuchung, bei der geklärt werden solle, was genau passiert ist. Weder das Personal im Auffangzentrum noch die Flüchtlinge bekämen genügend Unterstützung, beklagt Pisani: "Wir fordern die Regierung dazu auf, konkrete Lösungen darzulegen." (APA, red, 21.10.2019)