Nach dem Mord an dem Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova hat die slowakische Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Tatverdächtige erhoben.

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Bratislava – 20 Monate nach dem Mord an dem Journalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten Martina Kušnírová hat die slowakische Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Tatverdächtige erhoben. Dabei handle es sich um einen Unternehmer als mutmaßlichen Auftraggeber sowie drei weitere Personen, denen vorgeworfen werde, den Mord organisiert und ausgeführt zu haben, sagte eine Behördensprecherin am Montag der Nachrichtenagentur TASR.

Darüber hinaus empfahl die Staatsanwaltschaft mit einem geständigen mutmaßlichen Mittäter eine gesonderte Einigung, der jedoch das Gericht zustimmen muss.

Massendemonstrationen gegen Korruption

Der Investigativ-Journalist Ján Kuciak und seine Verlobte Martina Kušnírová waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus erschossen worden. Kuciak hatte über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert. Seine nach seinem Tod veröffentlichte Reportage über Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Förderungen aus. Als Folge trat Langzeit-Regierungschef Robert Fico zurück.

In den vergangenen Monaten waren immer neue Details aus dem Ermittlungsverfahren bekannt geworden, die weitere Politiker und Vertreter von Justiz und Polizei zum Rücktritt zwangen. Sie sollen möglicherweise von dem mutmaßlichen Auftraggeber bestochen worden sein. Der ursprünglich wegen eines Betrugsverdachts verhaftete Unternehmer hatte offenbar Gesprächsaufnahmen und anderes Belastungsmaterial gegen Politiker, Unternehmer und Vertreter der Justiz gesammelt, um diese später damit erpressen zu können. (APA/dpa, 21.10.2019)