Youtube sperrte nach Recherchen der BBC mehrere Kanäle und Videos von sogenannten Pick-up-Artists. Einer wurde nun zu einer Haftstrafe verurteilt.

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In Großbritannien wurde ein sogenannter Pick-up-Artist zu zwei Jahren Haft verurteilt. Adnan A. hatte Männern auf Youtube Tipps gegeben, wie sie Frauen ansprechen können. Dabei ging er sehr aggressiv vor, bedrohte mehrere Frauen, stellte heimliche Aufnahmen von ihnen ins Netz und belästigte auch Minderjährige.

Youtube löschte hunderte Videos

Auf Youtube war A. als Addy A-game bekannt. Die Videoplattform hatte erst vor wenigen Wochen nach Recherchen der BBC den Channel des Mannes und weiterer Pick-up-Artists deaktiviert und hunderte Videos gelöscht. In einer Stellungnahme hatte Youtube die Sperren damit begründet, strikt gegen sexuell belästigende Inhalte vorzugehen.

BBC The Social

Der 38-Jährige hatte Frauen auf der Straße angesprochen, dabei heimlich gefilmt und die Videos auf Youtube gestellt – für Lernzwecke, wie er selbst behauptete. So gab er etwa Tipps, wie Männer Frauen überreden können, wenn diese sich "in letzter Minute" gegen Sex weigern. Dafür filmte er eines seiner Opfer auch heimlich beim Sex.

"Meinung zählt nichts"

Der Mann, der bereits seit Jänner in Haft sitzt, zeigte laut BBC keine Einsicht. Er bezichtigt fünf Frauen, darunter auch minderjährige Schülerinnen, die gegen ihn aussagten, der Lüge. Eine Schülerin schilderte, wie unangenehm es gewesen sei, vom dem Mann angesprochen worden zu sein. Er hätte gefragt, ob sie noch zur Schule gehe, ob sie einen Freund habe, ob sie verheiratet sei, ob sie ihm ihre Nummer geben und mit ihm auf einen Kaffee gehen wolle. Eine 21-Jährige berichtete, im Stadtzentrum von Glasgow vom ihm begrapscht worden zu sein. Eine andere Zeugin wurde vom Verurteilten bis auf Instagram verfolgt. Sie habe ihn geblockt, als er ihr auf eine Abfuhr hin vorwarf, rassistisch zu handeln. In seinen Videos soll der 38-Jährige laut "Independent" gesagt haben, dass man sich nicht dafür interessieren müsse, was Frauen von solchen Methoden halten würden: "Ihre Meinung zählt nichts."

Neben der zweijährigen Haftstrafe wird A. auch für zehn Jahre in die Liste von Sexualstraftätern aufgenommen. (red, 23.10.2019)