Elfriede Jelinek geht es wieder mal um Grundsätzliches.

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Unter dem Titel Schwarzwasser wird Anfang Februar ein neuer Text von Elfriede Jelinek im Akademietheater zur Uraufführung kommen. Die Regie übernimmt Robert Borgmann.

Eine spanische Insel, ein österreichischer Politiker, eine russische Oligarchennichte: Die Zutaten zu dem Stück weisen auf die skandalöse Ibiza-Episode im vergangenen Mai hin. Denn vor laufender, heimlich installierter Kamera verspricht der Mann der Frau die Herrschaft über die nationale Medienlandschaft, um die eigene Macht zu stärken. Als der Plan publik wird, zerreißt es den Politiker samt Regierung. Auch der junge Kanzler fällt, der erst nur kurz im Amt war, aber für viele unverändert als Heilsbringer gilt …

Lebensbereiche infiziert

Weniger geht es in diesem Schlüsseldrama um konkrete Figuren als um Grundsätzliches, wie immer bei der österreichischen Autorin. Sie verknüpfe, so die Aussendung des Burgtheaters, Tagesaktualität mit antiken Dramen – hier vor allem Euripides' Die Bakchen – und zeige, wie sich rechtspopulistische Positionen, einem Virus gleich, rasend schnell ausbreiten und sämtliche Lebensbereiche infizieren.

Die Uraufführung steht anstelle der Inszenierung Die Letzten von Simon Stone, die auf die Spielzeit 2020/21 verschoben wurde, auf dem Spielplan des Burgtheaters. Regisseur Robert Borgmann inszenierte im Akademietheater 2015 bereits die Uraufführung von Ewald Palmetshofers die unverheiratete und wurde damit zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In der letzten Spielzeit setzte er u. a. Kleists Die Verlobung in St. Domingo bei Martin Kušej am Münchner Residenztheater in Szene. (red, 23. 10.2019)