Angehörige der Opfer nach der Präsentation des Untersuchungsberichts.

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Aus dem Meer geborgene Schuhe.

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Ein Fahrwerk der Unglücksmaschine wird geborgen.

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Jakarta – Ein Jahr nach dem Absturz der Boeing 737 MAX in Indonesien mit 189 Toten haben die Ermittler Konstruktionsfehler als Unglücksursache ausgemacht. Die Behörde habe dies den Familien der Opfer am Mittwoch noch vor der offiziellen Veröffentlichung eines Abschlussberichts mitgeteilt.

Wie der Präsentation zu entnehmen ist, soll eine Fehlfunktion des Kontrollsystems das Unglück mitverursacht haben. "Mängel" in der Kommunikation der Flugbesatzung und der manuellen Steuerung des Flugzeugs hätten ebenfalls zum Absturz beigetragen. Eine Boeing-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern. Auch Lion Air lehnte eine Stellungnahme ab. Der Abschlussbericht soll offiziell am Freitag veröffentlicht werden.

Indessen wurde am Mittwoch deutlich, dass die Krise um die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Baureihe 737 Max Boeing einen heftigen Gewinneinbruch im dritten Quartal eingebrockt hat. Unter dem Strich verdiente der Airbus-Konkurrent mit knapp 1,2 Milliarden Dollar (rund 1,1 Mrd. Euro) nur knapp halb so viel wie ein Jahr zuvor, wie er am Mittwoch in Chicago mitteilte. Der Umsatz sackte wegen der gestoppten Auslieferung des zuvor meistgefragten Flugzeugtyps um 21 Prozent ab.

Weltweites Flugverbot

Im Oktober 2018 war in Indonesien eine 737 MAX von Lion Air abgestürzt, im März dann eine Maschine des gleichen Typs von Ethiopian Airlines, wobei 157 Menschen ums Leben kamen. Im Zentrum der Ermittlungen steht seitdem die Frage, ob es eine Verbindung zwischen den beiden Unfällen gibt und welche Rolle die Bordtechnik von Boeing gespielt hat. Es hatte Hinweise darauf gegeben, dass eine Software zur Kontrolle des Aufstiegswinkels (MCAS) den Piloten Schwierigkeiten bereitet hatte. Die 737 MAX wurde nach dem zweiten Absturz mit einem weltweiten Flugverbot belegt.

Das weltweite Startverbot hatte bereits beim Flugzeugbauer im zweiten Quartal zu einem Milliardenverlust geführt. Wegen einer Rückstellung von knapp fünf Milliarden Dollar fiel ein Nettoverlust von 2,9 Milliarden Dollar an. Am Mittwoch will der US-Konzern seine Bilanz zum dritten Quartal veröffentlichen. (red, Reuters, 23.10.2019)