Polizei vor dem Mausoleum, in das Francos Gebeine gebracht werden.

Foto: REUTERS/Susana Vera

Madrid – Die sterblichen Überreste des früheren spanischen Diktators Francisco Franco (1892–1975) werden am Donnerstagvormittag aus dem Grab geholt und umgebettet. Vorausgegangen war eine monatelange Debatte über die letzte Ruhestätte.

Francos Grab befindet sich bisher in einem gigantischen Mausoleum, das eine Pilgerstätte für Anhänger des Diktators war. Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte kurz nach ihrer Amtsübernahme im Juni 2018 trotz vieler Proteste angekündigt, die Gebeine an einen anderen Ort bringen zu lassen.

Proteste erwartet

Deshalb werden die sterblichen Überreste Francos am Donnerstagvormittag im Mausoleum im "Tal der Gefallenen" (Valle de los Caídos) nordwestlich von Madrid exhumiert. Sie werden dann wahrscheinlich per Hubschrauber zum Friedhof El Pardo-Mingorrubio am Nordrand der Stadt geflogen. Bei schlechtem Wetter soll die Umbettung Regierungsangaben zufolge per Auto geschehen.

Mehr als 20 Mitglieder der Familie Franco, die sich lange gegen die Exhumierung gewehrt hatte, werden anwesend sein. Familienangehörige sollen auch den Sarg aus der Grabstätte tragen. Militärische Ehren wird es nicht geben. Die Öffentlichkeit ist von der streng abgeschirmten Umbettung ausgeschlossen. Dennoch werden Proteste erwartet. (APA, dpa, 24.10.2019)