Frauen bekomme in der Start-up-Branche weniger Geld. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

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Wien – Von Biopastinaken bis Honigsenf: Im digitalen Bauernmarkt Markta können Kunden Produkte von Landwirten aus ganz Österreich kaufen – und sich bis vor die Haustür liefern lassen. Hinter dem Projekt steht die Steirerin Theresa Imre, die das Lebensmittel-Start-up vor gut eineinhalb Jahren ins Leben gerufen hat. Mit der Gründung zählt Imre zu den Ausnahmen in der Branche: Nur sechs Prozent der heimischen Jungunternehmen sind im Vorjahr ausschließlich von Frauen ins Leben gerufen worden. Bei Männern beträgt der Anteil laut Start-up-Monitor 71 Prozent.

Ein Grund für die niedrige Zahl an weiblichen Start-ups könnte sein, dass Unternehmen, die von Frauen gegründet oder mitgegründet wurden, deutlich weniger Kapital zur Verfügung gestellt bekommen. Zu diesem Schluss kam zumindest eine Erhebung, die kürzlich von den Unternehmensberatern Boston Consulting Group (BCG) veröffentlicht wurde.

Weibliche Gründerinnen wie Theresa Imre sind in Österreich eine Seltenheit.
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Die niedrigere Finanzierungsquote ist durchaus erstaunlich: Immerhin erzielen Frauen-Start-ups für jeden US-Dollar, den sie erhalten, innerhalb von fünf Jahren mehr Einnahmen als männlich dominierte Jungunternehmen. Als Datengrundlage für die Analyse diente das US-Accelerator-Netzwerk MassChallenge, das Geburtshelfer für mehr als 1500 Start-ups war.

Mehr Geld für Männer

Die Analyse zeigte, dass Betriebe, die von Männern geführt werden über eine Zeitspanne von fünf Jahren mit 2,1 Millionen Dollar finanziert wurden, weiblich dominierte Start-ups lediglich mit 935.000 Dollar. Gleichzeitig haben Start-ups von Frauen für jeden investierten Dollar 78 Cents an Einnahmen generiert. Von Männern gegründete Start-ups erwirtschafteten weniger als die Hälfte dessen.

Die Ursachen für die geringeren Finanzspritzen sind laut der Studie vielfältig. Einige der Gründerinnen gaben an, dass Investoren ihnen bei sogenannten "Pitches" – also bei der Vorstellung der Projekte – technisches Know-how absprachen. Investoren sagten wiederum, dass sich Männer oft besser verkaufen bzw. überverkaufen würden. Frauen würden hingegen konservativere Prognosen machen und häufig entsprechend weniger Geld einfordern. (lauf, 25.10.2019)