Kaczyński-Gedenken in Warschau, April 2018.

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Kaczyński-Gedenken in Warschau, April 2013.

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Warschau – Polnische Ermittler und ausländische Spezialisten wollen erneut nach Smolensk reisen, um das Wrack des 2010 abgestürzten Flugzeuges von Präsident Lech Kaczyński zu begutachten. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Warschau am Freitag mit. Das Wrack der Tupolew Tu-154 wird in einer Halle nahe der Unfallstelle bei Smolensk in Westrussland aufbewahrt.

Polens Regierung hat eine zwanzigköpfige Expertengruppe zusammengestellt, der auch der umstrittene US-Physiker Theodore Postol angehört.

Das polnische Nachrichtenportal wpolityce.pl berichtet, dass die Ermittler bereits an diesem Wochenende nach Smolensk reisen und dort eine Woche bleiben werden. Zuletzt war eine polnische Ermittlergruppe im Mai in Smolensk gewesen. Doch hieß es damals bei ihrer Rückkehr, die Untersuchung des Wracks sei noch nicht abgeschlossen.

Pilotenfehler in dichtem Nebel

Die nationalkonservative PiS-Regierung in Polen und PiS-Chef Jarosław Kaczyński vertreten die These, dass der Absturz am 10. April 2010 mit 96 Toten ein Anschlag war. Lech und Jarosław Kaczyński waren Zwillinge. Der erste offizielle polnische Bericht hatte einen Pilotenfehler bei extrem dichtem Nebel als Hauptursache des Unglücks ausgemacht. Seit 2016 arbeitet eine von der PiS ins Leben gerufene Kommission beim Verteidigungsministerium an einem neuen Bericht zu den Umständen der Absturzes.

Polen verlangt von Moskau die Herausgabe des Wracks. Zuletzt hatte Außenminister Jacek Czaputowicz im Mai bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow das Thema zur Sprache gebracht. Die Russen argumentieren jedoch, dass ihre eigenen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. (APA, dpa, 25.10.2019)