Selbstbedienungskassen in der Schweiz.

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Automatisierung soll das Leben vereinfachen. Alexa schaltet das Licht ein und aus, damit man selber nicht aufstehen muss. Das Auto fährt von selbst in die Arbeit, damit man es nicht lenken muss. Und die Selbstbedienungskassen erlauben Kunden, ihre Produkte selbst zu scannen ... Wobei hier der Nutzen offenbleibt bis auf den Umstand, dass Supermärkte weniger Mitarbeiter einstellen müssen.

Immer wieder ärgern sich Kunden über Self Check-out. Denn anders als andere Beispiele aus der Automatisierung bringen sie eben keinen echten Vorteil für ihre Nutzer. Im Gegenteil. Die Warteschlangen sind geblieben, das einzige, was zurückgegangen ist, ist der Personalstand in jenen Supermärkten, in denen sie zum Einsatz kommen.

Lange Warteschlangen

Dazu kommt, dass die großen Versprechen mittlerweile eher ernüchternd ausfallen: So würden die Kassen weniger Platz brauchen, weswegen mehr von ihnen aufgestellt werden. Das soll wiederum kürzere Warteschlangen bedeuten. Das Problem an der Gleichung: Die Kunden sind somit das neue Kassenpersonal, das allerdings nicht dafür ausgebildet ist. Dementsprechend dauert das Scannen der Produkte weitaus länger, woran auch die wenig intuitiven Oberflächen der Kassen Schuld tragen. Und wenn es eine Störung gibt, muss erst ein Mitarbeiter einspringen, der aber nicht sofort zur Verfügung steht. Dazu kommt, dass die Diebstahlgefahr offenbar höher ist als bei klassischen Kassen mit Personal.

Ausblick

Den nächsten Schritt der Automatisierung präsentiert Amazon mit seinen Amazon Go Stores. Anhand von Kameras und Sensoren wird es gar nicht mehr notwendig zu scannen – stattdessen erfolgt die Abbuchung über den Amazon-Account nach dem Verlassen des Geschäfts. Ein Einkauf unter Totalüberwachung, wie der STANDARD im Test befunden hat. (red, 28.10.2019)