Stoff für Horrorfilme: Die "Isla de las Muñecas" mit ihren verstümmelten Puppen.

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Bis heute haben Besucher, die ihrerseits Puppen mitbringen, die Zahl weiter erhöht. Über 2.000 sollen es schon sein.

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Die wunderschönen künstlich angelegten Kanäle von Xochimilco in der Nähe von Mexiko-Stadt wurden 1987 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Sie bergen jedoch ein makabres Geheimnis: Auf einer der "schwimmende Gärten" genannten künstlichen Inseln ("chinampas") starren einen die seelenlosen Augen von Hunderten von Puppen an, die an Bäumen aufgehängt sind. Viele der Puppen sind verstümmelt oder von der Witterung zerstört.

Der Legende nach wurde die Isla de las Muñecas ("Puppeninsel") von ihrem einzigen Bewohner Julián Santana Barrera, genannt Don Julián, geschaffen. 1951 entdeckte er den am Ufer angespülten Leichnam eines jungen ertrunkenen Mädchens. Nach diesem Erlebnis begannt er, weggeworfene Puppen zu sammeln und sie an die Bäume der Insel zu hängen – angeblich, um den Geist des toten Mädchens zu besänftigen, von dem er sich verfolgt fühlte.

Fünfzig Jahre lang fuhr Don Julián mit seiner beängstigenden Puppensammlung fort. Seit seinem Tod im Jahr 2001 haben die Menschen den Ort so belassen, wie er ihn verlassen hat. (red, 31.10.2019)