Hans Peter Doskozils Stimme wird mitentscheidend sein im Wettlauf um die burgenländischen Stimmen.

FOTO: APA/THERESA PUCHEGGER

Eisenstadt – Das Burgenland wählt am 26. Jänner und stellt dabei mehreres auf den demokratischen Prüfstand: Ob Rot-Blau so goutiert wird, dass die zwei weitermachen können; ob der damit verknüpfte Weg der burgenländischen SPÖ Akzeptanz findet; ob der Kurz'sche Rückenwind die pannonischen Türkisen (29 Prozent) aufwärts tragen kann; und ob den Grünen (6,4) Gleiches widerfahren könnte.

Die SPÖ verteidigt 42 Prozent. Wobei "verteidigen" das falsche Wort ist dafür, was Landeshauptmann Hans Peter Doskozil an Hoffnungen geweckt hat. Denn 2015 verloren die Roten mehr als sechs Prozentpunkte und drei Mandate. Doskozil wird sich also daran messen müssen, ob ihm ein Zugewinn gelingt.

Dritter Weg

Denn damit steht auch der pannonische Weg zur Wahl: dass hier, wie Geschäftsführer und Mastermind Roland Fürst sagt, endlich der von Tony Blair und Gerhard Schröder eingeschlagene dritte Weg der Sozialdemokratie sein Ende findet. Also die Kumpanei mit dem Neoliberalismus. Burgenlands SPÖ hat den landesnahen Mindestlohn von 1700 netto eingeführt, die Anstellung pflegender Angehöriger, die Umstellung auf Bio in den Landesküchen. Das ermöglicht jedenfalls einen themenbezogenen Wahlkampf.

Die andere, nicht weniger wichtige Frage aus SP-Sicht ist die nach Doskozils Wahlkampfkondition. Nach seiner Stimmbandoperation ist er rekonvaleszent, muss seine Stimme schonen. Beim Parteitag am 16. November will er diese erstmals wieder erheben. Die pannonische SPÖ hat sich aber so sehr auf Doskozil hin ausgerichtet, dass allfällige Schwächen gravierend wirken könnten.

Darauf hoffen die andern. Nur die FPÖ nicht. Die muss hoffen, dass ein gestärkter Doskozil sie an der Hand mitnimmt in eine um zwei Köpfe reduzierte Landesregierung. Das ist die giftige Hinterlassenschaft des Hans Niessl: Das Rangeln um die nur mehr fünf Landesräte wird in jedem Fall ein Hauen und ein Stechen. (Wolfgag Weisgram, 29.10.2019)