Foodora ist ab 30. Oktober Geschichte.

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Die im April gestartete Verschmelzung der Online-Essensbestellplattformen Mjam und Foodora ist endgültig abgeschlossen. Ab morgen, Mittwoch, wird von der Foodora-Website oder -App auf Mjam umgeleitet, teilte der Essenszusteller mit. Bereits im Frühjahr erhielten die zuvor in pinker Ausrüstung ausgestatteten Foodora-Fahrradkuriere eine grüne Mjam-Uniform.

Mjam wurde 2008 in Wien gegründet und vier Jahre später an den deutschen Essenslieferanten Delivery Hero verkauft. Foodora, seit 2015 in Österreich, wurde 2014 in Deutschland gegründet. Delivery Hero verkaufte sein Deutschland-Geschäft inklusive Foodora Ende 2018 an den niederländische "Lieferando"-Eigner Takeaway.com. Nun verschwindet die Marke Foodora in Österreich.

Angebot wird weiter ausgebaut

Foodora versuchte qualitätsorientierte Restaurants und Imbisse auf die Essensbestellplattform zu bekommen und nicht nur Fast Food anzubieten. "foodora ist jetzt offiziell mjam und die Qualität sowie die Auswahl an Restaurants bleibt nicht nur bestehen, wir konnten das Angebot an kulinarischen Küchenrichtungen weiter ausbauen", sagte Mjam-Geschäftsführer Artur Schreiber.

In größeren österreichischen Städten sind derzeit über tausend Fahrradkuriere für Mjam im Einsatz. Sie liefern Gerichte von rund 850 Restaurants, die keinen eigenen Lieferdienst haben.

Zusteller bekommen Kollektivvertrag

Im September haben sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter auf den nach eigenen Angaben weltweit ersten Kollektivvertrag (KV) für Fahrradzusteller geeinigt. Für angestellte Fahrradboten und Essenszusteller hat es bisher keinen eigenen KV geben. Ab 1. Jänner 2020 gilt nun ein Basislohn von 1.506 Euro brutto im Monat plus Weihnachts- und Urlaubsgeld. Als problematisch bei der Einigung sieht Mjam-Chef Schreiber, dass unterschiedliche Branchen mit unterschiedlichen Bedürfnissen über einen Kamm geschoren wurden: "Briefe oder Pakete werden natürlich unter Tags zugestellt. Unser Hauptgeschäft liegt in den Abendstunden und hier ist uns die 22 Uhr-Grenze ein Dorn im Auge."

Laut Schreiber haben ungefähr zehn Prozent der rund 1.200 MjamPlus-Fahrradkuriere in Österreich, die fallweise oder regelmäßig Essen ausliefern, eine fixe Anstellung. Nur für sie gilt der neue Kollektivvertrag ab 2020. Jeder Essenszusteller, der bei Mjam beginne, habe die Wahl zwischen einem freien und fixen Dienstverhältnis. (APA, 29.10.2019)