Die berühmten Harley-Davidson-Maschinen sind im Handelskrieg zwischen die Fronten geraten.

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Washington – An den Börsen haben die Feiern zur Beilegung des US-Handelsstreits mit China längst begonnen. Doch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump könnte voreilig gewesen sein. Denn die Unterzeichnung des Teilhandelsabkommens mit China dürfte sich verzögern. Von der Unterschriftsreife, die am Montag beschrieben wurde, war Dienstagabend keine Rede mehr.

Nach Angaben eines US-Regierungsverteters arbeiten die USA und die Volksrepublik zwar weiter an einer vorübergehenden Handelseinigung, es sei aber denkbar, dass diese nicht wie angestrebt beim Apec-Gipfel in Chile im November unterschrieben werden könne. "Sollte das Abkommen nicht in Chile unter Dach und Fach gebracht werden können, heißt das nicht, dass es nicht zustande kommt. Es bedeutet nur, dass es noch nicht fertig ist", fügte der Vertreter hinzu. Ziel sei weiterhin die Unterzeichnung in Chile. Es würden derzeit gute Fortschritte erzielt.

Teileinigung im Oktober

Die USA und China hatten Mitte Oktober einen Durchbruch erzielt und sich in Teilen geeinigt. Beide Seiten arbeiten an einem gemeinsamen Text für eine "Phase 1" genannte Vereinbarung, die Trump am 11. Oktober angekündigt hatte. Sie soll laut US-Angaben unter anderem die Themen geistiges Eigentum, Währungsfragen und Finanzdienstleistungen abdecken. Trump hatte erklärt, er wolle die Vereinbarung mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping voraussichtlich Mitte November am Rande des Wirtschaftsgipfel des Asien-Pazifik-Raums in Chile unterzeichnen.

Die beiden größten Wirtschaftsmächte überziehen sich seit mehr als einem Jahr gegenseitig mit Sonderzöllen, was die Weltwirtschaft ausbremst. Auch deutsche Exporteure bekommen die Folgen des Streits zu spüren. (Reuters 29.10.2019)