Mit dem Erfolg des deutlich günstigeren Tesla Model 3 geriet die Limousine Model S auf Schleuderkurs.

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München / Palo Alto – Der US-Elektroautobauer Tesla erhielt im dritten Quartal einen kräftigen Dämpfer auf dem US-Heimatmarkt. In den drei Monaten bis Ende September ging das Umsatzvolumen im Jahresvergleich um fast 40 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) zurück, teilte Tesla am Dienstag mit.

Der Autobauer hatte seine Quartalszahlen eigentlich schon veröffentlicht, legte nun aber in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC Details zur regionalen Geschäftsentwicklung nach. Demnach gerät der Absatz in den USA stark ins Stocken, wo bis dato die meisten Teslas verkauft werden.

Zwar legten die Erlöse in anderen Regionen – vor allem in China – deutlich zu. Dennoch kamen die detaillierten Zahlen bei Anlegern nicht gut an, und die Aktie geriet ins Minus.

Hoffnungsträger ist der Model 3, doch die Offensive bei dem deutlich günstigeren Wagen lässt die Nachfrage nach den älteren Angeboten Model S und X sinken. Weltweit hatte Tesla im dritten Quartal insgesamt ein Umsatzminus von acht Prozent gemacht. Dennoch konnte das Unternehmen überraschend einen Gewinn vermelden.

Deutsche Konkurrenz mobilisiert

In Deutschland bekommt der Elektroautohersteller Ärger mit einer mächtigen Kontrollorganisation der Wirtschaft. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs erklärte am Dienstag, sie klage das US-Unternehmen für Werbeaussagen zum autonomen Fahren. Die Klage sei beim Landgericht München eingereicht worden.

Nach Ansicht der Wettbewerbszentrale erweckte Tesla den irreführenden Eindruck, seine Wagen könnten auf deutschen Straßen autonom fahren, obwohl es sich tatsächlich nur um Fahrassistenzsysteme handle. Denn einige Funktionen seien in Deutschland bisher gar nicht zugelassen.

Die Wettbewerbszentrale ist eine Selbstkontrollinstitution der deutschen Wirtschaft. Zu ihren rund 2.000 Mitgliedsunternehmen und -organisationen zählen die Tesla-Rivalen Volkswagen, Audi, Daimler und BMW.

Werbung bereits angepasst

In der Kritik steht insbesondere die Aussage, die "Autopilot"-Funktion ermögliche "automatisches Lenken, Beschleunigen und Bremsen", mit der Tesla auch am Dienstag noch auf seiner Website warb. Allerdings hieß es dort ergänzend: "Die gegenwärtigen Autopilot-Funktionen verlangen aktive Überwachung durch den Fahrer – ein autonomer Betrieb des Fahrzeugs ist damit nicht möglich." (Reuters, dpa, 29.10.2019)