Dennis Muilenburg am ersten Tag seiner Anhörung im US-Kongress.

Foto: REUTERS/Sarah Silbiger

Chicago/Washington – Boeing-Chef Dennis Muilenburg hat gegenüber dem US-Kongress Fehlverhalten seines Unternehmens hinsichtlich des Unglücksfliegers 737 Max eingeräumt. Der Top-Manager stand am Dienstag bei einer Anhörung den Abgeordneten des Handelsausschusses im US-Senat zum Debakel rund um den nach zwei verheerenden Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet Rede und Antwort. Am Mittwoch soll er erneut dort auftreten. Bereits Montagabend verteilte Muilenburg die Rede, die er anschließend vor dem Ausschuss hielt.

Vor genau einem Jahr hatte sich in Indonesien das erste der Unglücke ereignet. "Wir wissen, dass wir Fehler und einige Dinge falsch gemacht haben", sagte Muilenburgs: "Wir verbessern uns und wir lernen." Er beteuerte allerdings auch, dass große Fortschritte und entscheidende Verbesserungen vorgenommen worden seien, damit Boeings bestverkaufte Modellreihe bald wieder abheben könne. "Wenn die 737 Max wieder in Betrieb genommen wird, wird sie eines der sichersten Flugzeuge sein, die jemals geflogen wurden."

Erste Entschuldigung

Am Jahrestag des Absturzes wolle er betonen, "wie sehr es uns leid tut", sagte Muilenburg. Es war das erste Mal, dass sich der Boeing-Chef öffentlich entschuldigte. Bisher hatte der Konzern jede Schuld von sich gewiesen. Die Tragödien "treiben uns an, alles zu tun, um unsere Flugzeuge (...) sicherer zu machen", hielt Muilenburg fest.

Bei dem ersten Absturz einer Boeing 737 Max waren am 29. Oktober 2018 in Jakarta alle 189 Insassen ums Leben gekommen. Nur wenige Monate später kam es in Äthiopien zu einem weiteren Unglück mit 157 Toten. Als Hauptursache gilt bisher eine fehlerhafte Steuerungssoftware von Boeing. Die Abstürze haben den Konzern in eine tiefe Krise gebracht. Die seit März weltweit geltende Flugverbot für die 737 Max belasten mittlerweile nicht nur Boeings Bilanz erheblich. Wegen der betroffenen Zulieferer und Airlines sind sie auch eine Belastung für die US-Wirtschaft insgesamt. (red, APA, dpa, 30.10.2019)