Ein Schild, von dem sich laut Edward Snowden wohl zumindest bisher keiner angesprochen fühlte.

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2013 übermittelte der ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden einer US-Filmemacherin sowie einem "Guardian"-Journalisten streng vertrauliche Informationen über die Abhör- und Spionagepraktiken zahlreicher US-Geheimdienste, darunter CIA, NSA und DIA. Auch britische geheimdienstliche Überwachungsprogramme wurden dabei offengelegt. Der heute 36-jährige Whistleblower, dem Russland seit August 2013 Asyl gewährt, hatte während seiner Tätigkeit bei den US-amerikanischen Geheimdiensten Zugang zu geheimen Daten, an die außerhalb eines verhältnismäßig kleinen Personenkreises niemand herankam.

Ausführliche Suche nach Geheimnissen

Kein Wunder also, dass sich insbesondere Ufo-Enthusiasten dafür interessieren, was Snowden möglicherweise in den streng vertraulichen Akten zum Thema Aliens gelesen haben könnte. Nun hat sich der aus North Carolina stammende Informatiker erstmals umfassend darüber geäußert, was er tatsächlich in den CIA-Netzwerken über das Wissen der US-Regierung über Außerirdische gefunden hatte – und gesucht hat er nach diesen Informationen recht ausführlich, wie er selbst in seiner Autobiografie mit dem Titel "Permanent Record" zugibt.

Das Ergebnis seiner einschlägigen Recherche-Tätigkeit, bei der er sich unter anderem einer Art CIA-Suchmaschine à la Google bediente, mag jedoch viele "Area 51"-Interessierte enttäuschen: "Um das einmal festzuhalten: Aus meiner Sicht haben Außerirdische bislang noch nie die Erde besucht, oder zumindest haben sie nicht die US-Geheimdienste kontaktiert", erklärt Snowden laut CNN in "Permanent Record". Seinem Kenntnisstand zufolge wisse die US-Regierung in Wahrheit entgegen allen Spekulationen also nichts über intelligentes außerirdisches Leben.

"Hatte umfangreichen Zugang zu geheimen Netzwerken"

In einem aktuellen Interview mit Joe Rogan bekräftigt Snowden diese Aussagen: "Ich fand keine Beweise für Außerirdische," erklärt er. "Ich hatte geradezu lächerlich umfangreichen Zugang zu geheimen Netzwerken der NSA, der CIA, des Militärs und all dieser Gruppen – ich konnte nichts dergleichen finden. Wenn sie diesbezüglich also etwas verbergen – und das könnten sie –, dann ist das wirklich sehr gut versteckt, selbst vor jenen, die Teil des Systems sind."

Mondlandung: ja – Chemtrails: nein

Auch zu zahlreichen anderen Verschwörungstheorie äußert sich Snowden: "Für den Fall, dass Sie sich das gefragt haben: Ja, Menschen sind wirklich auf dem Mond gelandet, der Klimawandel ist real, und Chemtrails gibt es wohl nicht." In Anbetracht der Tatsache, dass Edward Snowden ein de facto äußerst geheimes Überwachungsprogramm enthüllen konnte, scheint es plausibel, dass er auch die "Alien-Geheimnisse" der USA hätte aufdecken können – wenn es sie denn wirklich geben würde. (tberg, red, 31.10.2019)