Gepanzerte Wagen fuhren in Cauca auf.

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In der Hauptstadt Bogotá demonstrierten die Menschen für ein Ende der Gewalt an Indigenen.

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Bogota – Nach der Ermordung von fünf Indigenen in Kolumbien hat Staatspräsident Iván Duque den Einsatz von 2.500 Soldaten in dem Gebiet angekündigt. Angehörige des Nasa-Volks hatten am Dienstag in einem Reservat im südwestlichen Department Cauca Kontrollen durchgeführt, als Dissidenten der Farc-Guerilla in einem Auto heranfuhren und das Feuer eröffneten, berichtete der Regionale Indigenenrat von Cauca (Cric).

Unter den Toten war demnach eine Anführerin der Nasa, Cristina Bautista, und ihre unbewaffneten Wachen. Es gab zudem sechs Verletzte. Auch auf einen Krankenwagen, der die Opfer transportierte, sei geschossen worden, hieß es.

Eine erste Untersuchung kam zu dem Schluss, dass der Angriff offenbar ein Vergeltungsschlag war, da zuvor drei Farc-Dissidenten von indigenen Gardisten festgenommen worden waren.

Rebellen nahmen Kampf teilweise wieder auf

Nach dem historischen Friedensabkommen der Regierung mit der Farc-Guerilla zur Beendigung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs Ende 2016 sind noch Gruppen von Farc-Dissidenten aktiv, die das Abkommen ablehnen. Im August kündigten mehrere frühere Rebellen-Kommandeure an, den Kampf gegen die Regierung wiederaufzunehmen. In von der Guerilla aufgegebene Gebiete sind zudem Verbrecherbanden vorgestoßen.

Der seit August 2018 regierende rechtsgerichtete Präsident Duque hatte zur Jagd auf die abtrünnigen Rebellen aufgefordert. Am Mittwoch reiste er zusammen mit Kommandanten des Militärs sowie dem Polizeichef nach Cauca, um die Sicherheitslage nach dem Massaker einzuschätzen. Duque erklärte dort, innerhalb von 40 Tagen werde eine 2.500 Mann starke Schnelleinsatztruppe in der Gegend die Arbeit aufnehmen. Ihre Mission sei eine bessere Kontrolle des Gebiets, das Schließe der Routen von Drogenhändlern sowie das Zerschlagen krimineller Organisationen.

Vertreter der Indigenen kritisieren seit längerem, dass Duque zu wenig zu ihrem Schutz getan habe. Selbst nach Unterzeichnung des Friedensvertrags haben Farc-Dissidenten immer wieder Indigene angegriffen. "Wann wird das Massaker enden?", tweetete die National Indigenous Organization of Colombia und berichtet, dass seit August 2018 – also seit Duques Amtsantritt – 121 Indigene ermordet worden seien. (APA, red, 31.10.2019)