Jacques Dubochet bei einer Klima-Demonstration in Lausanne im vergangenen Februar.

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Genf – Rund 200 Akademiker in der französischsprachigen Schweiz haben sich in einem offenen Brief hinter Aktionen zivilen Ungehorsams der Klima-Protestbewegung Extinction Rebellion gestellt. Prominentester Unterzeichner ist der Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet.

"Die aktuelle Klima- und Biodiversitätspolitik der Schweiz ist unzureichend angesichts der Herausforderung und Dringlichkeit, mit der wir konfrontiert sind", heißt es in dem offenen Brief. "Infolgedessen erklären wir unsere Unterstützung für die gewaltfreie Bewegung Extinction Rebellion (XR) und die seit Ende September geplanten Aktionen des zivilen Ungehorsams." Sie forderten wie die Klimaaktivisten einen Plan zur Abkehr von klimaschädlichen CO2-Emissionen und zur Erhaltung der Ökosysteme. Auch in anderen Ländern hatten sich bereits Wissenschafter hinter XR gestellt.

"Richtige Schlüsse ziehen"

"Diese Jungen sind gar nicht so radikal. Sie verlangen nur, dass man aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen endlich die richtigen Schlüsse zieht", sagte Dubochet in einem Interview mit dem Schweizer "Tagesanzeiger". Die Menschheit stehe vor der größten Herausforderung, die es je gegeben habe, so Dubochet weiter. Der Biophysiker wurde für seine Beiträge zur Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie 2017 gemeinsam mit Richard Henderson und Joachim Frank mit dem Chemienobelpreis ausgezeichnet.

Extinction Rebellion macht seit Ende 2018 weltweit mit spektakulären Protestaktionen auf sich aufmerksam. Die Bewegung mit Ablegern in verschiedenen Ländern will Regierungen zum Umdenken in der Klimapolitik bringen. In Zürich hatte sie im September ein Flussstück mit Natriumsalz giftgrün gefärbt, um Passanten wachzurütteln. (red, APA, 31.10.2019)