Menschen in Südkorea verfolgen die Raketentests auf Bildschirmen am Bahnhof in Seoul mit.

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Seoul – Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs mindestens zwei zunächst unidentifizierte Projektile in Richtung offenes Meer abgefeuert. Die Geschoße seien von der Provinz Süd-Pyongan im Westen des Landes gestartet worden und in Richtung des Japanischen Meers geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea am Donnerstag mit.

Unklar war zunächst, ob es sich um einen Test ballistischer Raketen handelte. Das japanische Verteidigungsministerium erklärte, es handle sich wahrscheinlich um solche. Das wäre Nordkorea durch Uno-Resolutionen untersagt. Laut japanischer Küstenwache stürzten die Geschoße außerhalb der sogenannten exklusiven Wirtschaftszone Japans ins Meer. Diese erstreckt sich von der Küste 370 Kilometer weit ins Meer.

Kondolenz an Südkorea

Für Aufsehen sorgte am Donnerstag auch ein Brief des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un an den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in, in dem er ihm zum Tod seiner Mutter kondolierte. Kim habe darin sein tiefes Mitgefühl geäußert, teilte eine Sprecherin Moons mit.

Ob sich Kim dabei auch über die innerkoreanischen Beziehungen geäußert hat, war zunächst unklar. Nordkorea hatte das Beileidsschreiben den Angaben zufolge am Mittwoch am Grenzort Panmunjom übergeben. Dem Schreiben wurde in Südkorea große Aufmerksamkeit geschenkt, da die im vergangenen Jahr erreichte Annäherung beider Länder zuletzt ins Stocken geraten ist.

Verhandlungen abgebrochen

Nordkorea hat in diesem Jahr bereits eine ganze Reihe von Raketen getestet, meist allerdings in der Morgendämmerung. Anfang Oktober wurde eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete gestartet. Das verarmte und weitgehend isolierte Land hatte unlängst auch mit der Wiederaufnahme der Tests von Langstreckenraketen gedroht. Es reagierte damit auf den Appell von fünf europäischen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats, seine atomare Rüstung aufzugeben.

Nordkorea hatte bei den Verhandlungen mit den USA über einen Verzicht auf seine atomare Bewaffnung die Raketentests als Geste des guten Willens eingestellt. Anfang Oktober bracht Nordkorea jedoch die Atomverhandlungen mit den USA in Schweden ab und warf der US-Regierung Unbeweglichkeit vor. (Reuters, APA, 31.10.2019)