Die "Kronen Zeitung" wurde vom Presserat wegen eines Artikels über eine Obsorgestreit gerügt.

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Wien – Die "Kronen Zeitung" hat mit dem Artikel "Bei einer Trennung bleiben Kindesväter auf der Strecke" vom Mai 2019 gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen. Berichtet wird über einen namentlich genannten Wiener, dessen achtjährige Tochter an Allergien und an einer Hautkrankheit leide. Der Senat kritisiert, dass das betroffene Mädchen durch die Bekanntgabe seines Alters sowie des Namens seines Vaters und die Veröffentlichung eines Fotos des Vaters für einen gewissen Personenkreis identifizierbar ist.

Da Informationen über den Gesundheitszustand des Mädchens preisgegeben werden und angemerkt werde, dass ein Streit um die Obsorge entfacht worden sei, werden der Persönlichkeitsschutz und die Intimsphäre des Mädchens verletzt, kritisiert der Presserat. "Persönlichkeitsverletzungen sind bei Kindern besonders schwerwiegend, weil sie sich erst zu eigenverantwortlichen Personen entwickeln müssen", stellt das Gremium fest. Die "Kronen Zeitung" wurde aufgefordert, die Entscheidung zu veröffentlichen, hat aber bisher die Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht anerkannt. (APA, 31.10.2019)