Die Schilder für die Weltklimakonferenz waren schon aufgestellt, nun hat Chile die Austragung der COP25 abgesagt.

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Santiago de Chile / Madrid – Madrid hat sich als Gastgeber für die Uno-Klimakonferenz im Dezember angeboten, nachdem der chilenische Staatschef Sebastián Piñera die Konferenz im eigenen Land abgesagt hat. Piñera sagte am Donnerstag, die spanische Regierung habe erklärt, die Konferenz zum ursprünglich geplanten Termin, 2. bis 13. Dezember, ausrichten zu können.

Angesichts der politischen Unruhen in Chile hatte Piñera am Mittwoch die Konferenz in der Hauptstadt Santiago de Chile abgesagt und damit monatelange Vorbereitungen über den Haufen geworfen. Bis zum eigentlich geplanten Start des zweiwöchigen Gipfeltreffens der Klima-Diplomatie sind es nur noch viereinhalb Wochen. Als anderer möglicher Kandidat für die Ausrichtung der sogenannten COP25 ist als Sitz des Klima-Sekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC) die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn im Gespräch. In Bonn fanden bereits 1999, 2001 und 2017 Uno-Klimakonferenzen statt. Zur 25. UN-Klimakonferenz werden mehrere Zehntausend Teilnehmer erwartet.

Emissionshandel soll Thema der Konferenz sein

Bei der COP25 soll es um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gehen, mit dem die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzen will. Dieses Jahr soll es unter anderem darum gehen, nach welchen Regeln Staaten mit Emissionsrechten handeln können.

In Chile kommt es seit gut zwei Wochen zu teilweise gewaltsamen, regierungskritischen Massenprotesten. Es gab Tote, Verletzte und Tausende Festnahmen. Auslöser war eine geplante Erhöhung der U-Bahn-Ticket-Preise. Inzwischen geht es aber um Ärger über niedrige Löhne, hohe Lebenshaltungskosten und soziale Ungleichheit. (red, APA, 31.10.2019)