Trotz starker Zahlen bleibt die Zukunft für Huaweis Smartphone-Geschäft vorerst ungewiss.

Foto: Mark Schiefelbein / AP

Die Marktforscher haben erfreuliche Nachrichten für Smartphone-Hersteller: Erstmals seit rund zwei Jahren wachsen die weltweiten Absätze wieder. Dabei sind sich sowohl Canalys als auch Strategy Analytics einig. Doch die aktuellen Zahlen liefern auch sonst durchaus interessante Details.

Wachstum

Gewinner des vergangenen Jahres ist einer, von dem dies viele wohl nicht erwartet hätten: Im Vergleich zum Vorjahr konnte Huawei seine Absätze um 29 Prozent erhöhen. Dies obwohl der chinesische Hardwarehersteller mit den Sanktionen der US-Regierung und der daraus resultierenden Verunsicherung zu kämpfen hatte. Die starke Position resultiert nicht zuletzt daraus, dass Huawei gerade am eigenen Heimatmarkt derzeit hervorragend abschneidet. Zudem muss einschränkend erwähnt werden, dass so manche Analysten Anfang des Jahres sogar noch ein stärkeres Wachstum für Huawei erwartet hatten.

Grafik: Canalys

Mittelfristig bleibt die Situation für Huawei aber trotzdem schwierig. Derzeit kann man einfach noch bestehende Geräte wie das P30 Pro weiterverkaufen. Diese Strategie wird aber nicht ewig weiter funktionieren, und für neuere Devices bekommt man derzeit keine Google-Dienste mehr – was einen Verkauf außerhalb Chinas schwierig macht. Dies wäre erst wieder möglich, wenn die USA den Handelsbann aufheben oder eine Ausnahmegenehmigung für Android erteilen. Dies wurde zwar immer wieder angekündigt, bisher ist in dieser Hinsicht aber nichts passiert.

Konkret hat Huawei im dritten Quartal 2019 66,8 Millionen Smartphones verkauft, das entspricht einem Marktanteil von 19 Prozent. Damit ist man Marktführer Samsung bereits dicht auf den Fersen. Dieser hat im gleichen Zeitraum 78,9 Millionen Geräte abgesetzt, was ebenfalls ein Plus von 11 Prozent darstellt.

Apple

Weniger erfreulich sind die Zahlen für den Drittplatzierten Apple: Dessen Verkäufe sind im Jahresvergleich nämlich um 7 Prozent zurückgegangen. Das Unternehmen hofft hier allerdings auf das nahende Weihnachtsgeschäft – und Rückenwind durch die sehr positiv rezipierte aktuelle iPhone-Generation.

In Summe resultiert aus all dem ein Plus von 1 Prozent für den Gesamtmarkt. Das ist zwar ein relativ schmaler Zuwachs, im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren fällt es aber trotzdem als positives Signal auf. Ob es sich dabei um eine Trendwende oder einen einmaligen Ausrutscher handelt, muss sich natürlich erst zeigen. (red, 4.11.2019)