Alberto Fernández hat Ärger mit dem Nachbarn Brasilien und besucht lieber Mexiko.

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Mexiko-Stadt – Auf seiner ersten Reise als gewählter Präsident Argentiniens hat Alberto Fernández Mexiko besucht – und so mit einer langen Tradition gebrochen. Seine Vorgänger waren nach dem Wahlerfolg üblicherweise zuerst ins Nachbarland Brasilien gereist.

Dass Fernández sich anders entschied und am Montag in Mexiko-Stadt den mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador traf, werteten manche Experten als Zeichen für neue Bündnisse in Lateinamerika. Brasilien, Mexiko und Argentinien sind die mit Abstand bedeutendsten politischen und wirtschaftlichen Mächte Lateinamerikas und gehören als solche auch der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) an.

"Schlechte Entscheidung"

Der rechte Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, hatte nach dem Sieg des Mitte-Links-Politikers Fernández bei der Wahl am 27. Oktober gesagt: "Argentinien hat eine schlechte Entscheidung getroffen." Er kündigte an, nicht zur Vereidigung am 10. Dezember in Buenos Aires zu erscheinen. Zuvor hatte Bolsonaro für den Fall eines Wahlsiegs für Fernández mit Brasiliens Austritt aus dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur gedroht.

Ein Stein des Anstoßes ist Fernández' Unterstützung für den linken Ex-Präsidenten Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva, der eine mehrjährige Haftstrafe wegen Korruption verbüßt – zu Unrecht, wie Fernández meint. Seine Haltung zu den sozialistischen Regierungen Venezuelas und Boliviens ist zudem weit weniger kritisch als die seines konservativen Vorgängers Mauricio Macri.

Eine Analyse der Motive Alberto Fernández' auf CNN en Español.


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"Neue linke Front"

Maduro hatte am Wochenende in Kuba von einer neuen linken Front gegen den Neoliberalismus gesprochen, die er unter der Führung des Linkspopulisten López Obrador sehe. Ein solches Vorhaben lehnte sein mexikanischer Kollege bei einer Pressekonferenz am Montag ab. Mexiko betreibe eine Politik der Nichteinmischung, sagte López Obrador. Er betonte auch die guten Beziehungen seiner Regierung zu US-Präsident Donald Trump. (APA, 5.11.2019)