"Drohung, Weihnachten zu ruinieren": Für Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom ist die Postgewerkschaft so etwas wie der Grinch.

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Die Post bringt allen was, aber möglicherweise nicht vor der Parlamentswahl.

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London – Ein möglicher Streik der Postzusteller vor der Parlamentswahl in Großbritannien sorgt bei der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson für Empörung. Die Regierung warf der Postgewerkschaft CWU, die mit der größten Oppositionspartei Labour verbunden ist, politische Einmischung vor. CWU und Labour wiesen die Vorwürfe in der Nacht auf Dienstag zurück.

Die Gewerkschaftsmitglieder hätten bereits vor der Ankündigung der vorgezogenen Wahl am 12. Dezember für einen Streik gestimmt. Bei der vorigen Parlamentswahl 2017 nutzten nach Angaben der Wahlkommission rund 20 Prozent der Wähler die Möglichkeit der Briefwahl. Im Vereinigten Königreich sind knapp 46 Millionen Menschen wahlberechtigt.

Weihnachten ruinieren

"Die Drohung der CWU, Weihnachten zu ruinieren und das Postsystem während der Parlamentswahl zu stören, ist nur ein Vorgeschmack auf das, was passieren wird, wenn (Labour-Chef) Jeremy Corbyn die Schlüssel für Downing Street 10 erhält", sagte Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom der Zeitung "The Telegraph". Die Gewerkschaft betonte hingegen, sie habe noch keinen Streik ausgerufen. Sie wirft dem Postdienst Royal Mail vor, ein Abkommen vom vorigen Jahr zu gefährden, in dem das Unternehmen unter anderem höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten versprochen hatte. Die Post weist das zurück.

Die prominente Labour-Politikerin Rebecca Long-Bailey sagte, Konservative und Liberaldemokraten seien schuld an der schwierigen Lage der Postzusteller. Seit der Privatisierung 2013 seien zahlreiche Jobs verloren gegangen, hingegen hätten private Anteilseigner eine Milliarde Pfund (1,16 Mrd Euro) erhalten. Das Unternehmen forderte die Gewerkschaft auf, nicht die "Integrität unserer Demokratie zu gefährden" und die Streikdrohung zurückzunehmen. Zudem kündigte Royal Mail an, die Zustellung von Wahlmaterialien habe oberste Priorität. (APA, 5.11.2019)