Die Kolumnistin E. Jean Carroll reichte eine Verleumdungsklage gegen US-Präsident Trump ein.

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New York/Washington – Die bekannte US-Kolumnistin E. Jean Carroll hat am Montag in New York eine Verleumdungsklage gegen US-Präsident Donald Trump eingereicht. Carroll, die Trump der Vergewaltigung beschuldigt, wehrt sich damit gegen Anschuldigungen Trumps, wonach sie ihre Vorwürfe erfunden habe. Trump hatte Carrolls Vergewaltigungsvorwurf im Juni mit den Worten zurückgewiesen: "Sie ist nicht mein Typ."

"Als ich den Mut aufgebracht habe, die Vergewaltigung öffentlich zu machen, hat er meinen Charakter verunglimpft, mich der Lüge zu meinem persönlichen Vorteil bezichtigt und sogar mein Erscheinungsbild beleidigt", erklärte Carroll zu ihrer Verleumdungsklage.

Vor über 20 Jahren

Die heute 75-Jährige wirft Trump vor, sie vor über zwei Jahrzehnten in der Umkleidekabine eines New Yorker Kaufhauses vergewaltigt zu haben. Der sexuelle Angriff habe sich 1995 oder 1996 ereignet, schreibt Carroll in ihrem im Juni erschienenen Buch.

Trump hatte in einem Interview mit der Politik-Website "The Hill" zu den Vorwürfen erklärt, er kenne Carroll nicht. "Ich werde es mit großem Respekt sagen: Erstens, sie ist nicht mein Typ", sagte Trump. "Zweitens, es ist nie passiert. Es ist nie passiert, okay?" Carroll würde "total lügen".

"Niemand steht über dem Gesetz"

In der Verleumdungsklage, die Carroll am Montag bei einem New Yorker Gericht einreichte, heißt es, Trump habe die "Integrität, Ehrlichkeit und Würde" der Journalistin beschmutzt – "all dies in der überregionalen Presse". "Ich reiche diese Klage im Namen aller Frauen ein, die schon einmal belästigt, angegriffen oder zum Schweigen gebracht wurden. [...] Niemand in diesem Land sollte über dem Gesetz stehen – auch nicht der Präsident", schrieb Carroll im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses bezeichnete die Anschuldigungen Carrolls als "falsch". Die Verleumdungsklage nannte sie frivol". Insgesamt werfen mindestens 16 Frauen Trump sexuelles Fehlverhalten vor seiner Zeit als US-Präsident vor.

Klage im März abgewiesen

Im März hat ein US-Bundesrichter eine Klage von Stormy Daniels gegen US-Präsident Donald Trump abgewiesen. Die Schauspielerin hatte eine Vereinbarung kippen wollen, wonach sie nicht öffentlich über eine angebliche Affäre mit Trump sprechen dürfe. Trump hatte jedoch zuvor bereits zugesagt, die Geheimhaltungsvereinbarung nicht durchzusetzen.

Clifford hatte nach eigener Aussage 2006 Sex mit Trump. Cohen sagte jüngst, er habe im Auftrag Trumps Schweigegeld an den Pornostar gezahlt, um im Wahlkampf Schaden von Trump abzuwenden. Trump räumte nach mehreren Dementis eine Zahlung ein, bestreitet aber, etwas mit der Schauspielerin gehabt zu haben. Clifford hat mittlerweile ein Buch darüber veröffentlicht. (APA/AFP, red, 5.11.2019)