Wenn es nach den Plänen der geplatzten ÖVP-FPÖ-Koalition ginge, wären Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, ab Herbst 2020 zum Ethikunterricht verpflichtet. Seit über 20 Jahren wird darüber kontrovers diskutiert – als Schulversuch gibt es das Fach an vielen Schulen. Das es sich bei den Plänen der ehemaligen Regierung jedoch lediglich um einen Ministerratsbeschluss handelt und nicht um einen Gesetzesentwurf, hängt der Ethikunterricht weiter in der Luft.

Soll Ethikunterricht ein verpflichtendes Schulfach für alle werden?
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Ethik für alle?

Moralischen und ethischen Fragen nachzugehen, sich Gedanken über das Leben zu machen und Werte und Normen zu hinterfragen ist Inhalt des Ethikunterrichts. "In der modernen Schule geht es vorrangig um Wissen und Fakten. Deshalb braucht es auch Fächer wie Ethik und Religion, die dieses Wissen in einen größeren Sinnzusammenhang stellen, im Sinne von: Woher kommen wir? Wohin gehen wir?", so die Philosophin Barbara Brüning im Interview.

Dass Ethikunterricht meist nur als Alternative zum Religionsunterricht angeboten wird, stößt bei vielen auf Unverständnis. Auch der Philosoph Markus Tiedemann äußerte sich in einem Interview dazu: "Meines Erachtens braucht die pluralistische, multikulturelle Gesellschaft ein Pflichtfach Ethik für alle, und wer dann möchte, kann zusätzlich Religion wählen." User "Just N. Opinion" sieht das ähnlich:

Sollte Ethik als verpflichtendes Schulfach unterrichtet werden?

Wer soll Ethik unterrichten? Ab welcher Schulstufe sollte es das Fach geben? Welchen Themen soll dabei nachgegangen werden? (mawa, 11.11.2019)