Der mühsame Kauf einer Immobilie soll einfacher werden.

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Wien – Der Kauf einer Immobilie ist für viele das größte Rechtsgeschäft in ihrem Leben. Sie erleben ihn als langwierigen, unübersichtlichen und teuren Prozess, bei dem Anwälte, Steuerberater, Banken, Treuhänder und Finanzämter beteiligt sind.

Ein Wiener Start-up möchte diese Erfahrung verändern. Thomas Seeber und Peter Kunz, Partner der Anwaltskanzlei Kunz Wallentin, haben im Vorjahr mit einem kleinen Team Realest8 gegründet und wollen mit der Plattform 2020 auf den Markt kommen.

Ziel ist es, Immobilientransaktionen rein digital zu ermöglichen – von der Suche über die Verhandlung bis zur Vertragserstellung, der Begleichung des Kaufpreises, der Berechnung und Zahlung von Steuern und Gebühren bis zur Grundbucheintragung. Zunächst soll Anfang 2020 ein Steuerberechnungstool angeboten werden, bis Jahresende die gesamte Plattform, sagt Seeber.

Was noch fehlt, ist die Möglichkeit, ins elektronische Grundbuch digital signierte Dokumente digital eintragen zu lassen. "Da ist uns Ibiza dazwischengekommen", sagt Seeber – sprich: Die bereits geplante Gesetzesänderung ist in Schwebe. "Wenn das nicht kommt, muss man doch zum Notar gehen, der die Dokumente einscannen muss."

Nebenkosten deutlich senken

Zielgruppe sind Einzelpersonen, die ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung kaufen oder verkaufen wollen. Die Nutzung von Realest8 soll die Nebenkosten, die bis zu zehn Prozent der Kaufsumme ausmachen können, deutlich senken, verspricht Seeber. Auch Anwaltsberatung sollte sich über die Plattform günstig zukaufen lassen. Voraussetzung ist nur eine Handysignatur.

Realest8 wurde vor kurzem im Wettbewerb "Promoting the Best" ausgezeichnet. Das Start-up wird von den Notaren unterstützt sowie vom Bundesrechnungszentrum (BRZ), dem IT-Verwalter des Grundbuches. "Es gibt auf dem Markt niemanden, der das anbietet", sagt Seeber. "Wir wollten auch als Kanzlei damit zeigen, wie wichtig die Digitalisierung ist." (Eric Frey, 6.11.2019)