Leni Robredo bei einem Interview Ende Oktober. Die Duterte-Kritikerin soll nun im Krieg gegen Drogen mitarbeiten.

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Manila – Die philippinische Vizepräsidentin Leni Robredo ist nach ihrer Kritik am Kampf der Regierung gegen Drogenhandel in den für die Bekämpfung zuständigen Ausschuss berufen worden. Robredo werde bis zum Ende von der Amtszeit von Staatschef Rodrigo Duterte 2022 als Co-Vorsitzende den sogenannten Anti-Drogen-Krieg anführen, teilte Regierungssprecher Salvador Panelo am Dienstag mit.

Die Vizepräsidentin hatte letzten Monat in einem Interview gesagt, das Vorgehen der Regierung funktioniere nicht. Der Staatschef berief sie daraufhin.

Verbesserungsvorschläge

Mit der Ernennung bindet Duterte nun eine seiner schärfsten Kritikerinnen in den Kampf gegen illegalen Drogenhandel ein. Wenn Robredo, die Vorsitzende der Oppositionspartei, die Maßnahmen der Regierung kritisiere, habe sie sicherlich auch Verbesserungsvorschläge, sagte der Regierungssprecher.

Seit dem Beginn von Dutertes Amtszeit im Juni 2016 sind im Anti-Drogen-Krieg nach offiziellen Zahlen mehr als 6.600 Menschen von Sicherheitskräften getötet worden. Menschenrechtler vermuten, dass es rund viermal so viele Tote sind. International gibt es an dem harten Vorgehen der Behörden viel Kritik. (APA, 5.11.2019)