Wirecard verdient gut.

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Dank des weltweit boomenden Onlinehandels klingeln bei Wirecard die Kassen. Im dritten Quartal steigerte der deutsche Zahlungsdienstleister erneut Ergebnis und Umsatz. Vorstandschef Markus Braun stellte am Mittwoch für das kommende Jahr erstmals einen Betriebsgewinn von gut einer Milliarde Euro in Aussicht. Wachstumschancen verspricht sich der Dax-Konzern auch vom Markteintritt in den schnell wachsenden chinesischen Markt.

Gewinn stark zugelegt

Von Juli bis September legte der Betriebsgewinn (Ebitda) um 43 Prozent auf 211,1 Millionen Euro zu, teilte Wirecard mit. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 731,5 Millionen Euro. Vom Datenanbieter Refinitiv befragte Analysten hatten jeweils mit weniger gerechnet.

Der erst seit Herbst 2018 in der ersten Börsenliga gelistete Konzern wickelt für Einzelhändler, Flug- und Bahnkonzerne sowie Telekommunikationsfirmen auf der ganzen Welt Zahlungen ab und kassiert dafür Gebühren. Von Partnerschaften wie mit Aldi, dem chinesischen Kreditkartenanbieter Unionpay und dem japanischen Technologieinvestor Softbank erhofft sich Wirecard in den kommenden Jahren kräftiges Wachstum.

Prognosen

Braun bestätigte die Ziele für das laufende Jahr, wonach der Betriebsgewinn zwischen 765 Millionen Euro und 815 Millionen Euro liegen soll. Die erstmals für 2020 herausgegebene Prognose sieht vor, dass das Ergebnis dann auf 1,0 bis 1,12 Milliarden Euro steigt.

Der 20 Jahre alte Finanzkonzern, der an der Börse mit 15 Milliarden Euro mehr wert ist als die Deutsche Bank, lässt derzeit seine Bilanzen von den Wirtschaftsprüfern von KPMG durchleuchten. Damit will die Firma Vorwürfe der "Financial Times" aus der Welt schaffen, bei Töchtern im Ausland seien falsche Angaben gemacht worden. Braun geht davon aus, dass die Sonderprüfung im ersten Quartal 2020 abgeschlossen ist. (Reuters, 6.11.2019)