Nordkoreanisches Fischerboot.

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Wiedervereinigungsminister Lee Sang-min gibt bekannt, dass die Fischer ausgeliefert werden,

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Seoul/Pjöngjang – Südkorea hat zwei Fischer nach Nordkorea abgeschoben, die für den Mord an 16 Besatzungsmitgliedern ihres Schiffes verantwortlich gemacht werden. Die beiden Männer seien am Grenzort Panmunjom an Nordkorea übergeben worden, teilte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul am Donnerstag mit.

Das Boot mit den beiden Männern an Bord war am Samstag vor der Ostküste von Südkorea sichergestellt worden. Es hatte zuvor den Angaben des Ministeriums zufolge die Seegrenzlinie zwischen beiden Staaten überfahren. Bei der anschließenden Befragung hätten beide Insassen gestanden, zusammen mit einem Kollegen die anderen Crewmitglieder einschließlich des Kapitäns umgebracht und über Bord geworfen zu haben. Es gebe weitere Beweise, dass sie die Morde verübt hätten.

Dritter Verdächtiger festgenommen

Als Grund für ihre Tat hätten sie eine harte Behandlung durch den Kapitän angegeben, hieß es. Die anderen Fischer hätten sie offensichtlich umgebracht, um den Mord am Kapitän zu vertuschen. Nach der Tat seien die drei Nordkoreaner daher zunächst wieder in ihren Heimathafen Kimchaek im abgeschotteten Norden der Koreanischen Halbinsel zurückgekehrt. Dort sei einer der drei festgenommen worden. Warum nur einer von ihnen festgenommen wurde, war zunächst unklar. Die beiden anderen hätten mit ihrem Boot fliehen können, hieß es.

Nach der Flucht aus Kimchaek hielten sie sich den Angaben zufolge längere Zeit vor der Ostküste auf, bevor ihr Boot über die Seegrenze gedriftet sei. Was ihr Ziel war, blieb ungeklärt. Ihr Boot soll am Freitag an Nordkorea übergeben werden. Es sei bisher noch nie vorgekommen, dass Nordkoreaner von Südkorea in ihre Heimat abgeschoben worden seien, sagte die Behördensprecherin in Seoul.

Aus Nordkorea fliehen jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung durch die autoritäre Regierung. In den meisten Fällen fliehen Nordkoreaner über die Grenze nach China. Viele von ihnen gelangen später über dritte Länder nach Südkorea. (APA, dpa, 7.11.2019)