Das Ozonloch im Oktober 2019: Die bläulichen Regionen zeigen, wo die Ozonschicht noch immer zu dünn ist.
Foto: AP/Goddard Space Flight Center/NASA

Paris – Während beim Klimawandel keinerlei Verbesserung – und vielerorts nicht einmal der Wille zu einer Verbesserung – sichtbar ist, zeigt ein anderer von Emissionen verursachter Effekt, was durch konsequentes Handeln möglich wäre: Das Ozonloch, Schrecken der 1980er Jahre, ist weiter am Schrumpfen. Dieser erfreuliche Trend hält seit langem an und hat heuer aufgrund günstiger natürlicher Bedingungen sogar besonders weit in die richtige Richtung ausgeschlagen.

Hintergrund

Die Ozonschicht umhüllt die Erde wie ein Schutzschild, sie wirkt wie ein Filter für die Hautkrebs auslösenden ultravioletten Strahlen. Ab Anfang der 1980er-Jahre beobachteten Wissenschafter jedoch eine Abnahme des Ozons in der Stratosphäre. Über der Antarktis wiesen sie 1985 erstmals ein Ozonloch nach, das sich von da an stets im südpolaren Winter bildete. Starke Schwankungen der Polarwirbel und der Temperaturen in der Stratosphäre führten in der Folge zu jährlichen Ozonlöchern unterschiedlicher Größe.

Die Ursache war menschengemacht: Zur Aufspaltung des Ozons in Sauerstoff tragen Industriechemikalien wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) bei. Zahlreiche Länder haben sich im Montrealer Protokoll von 1987 dem Schutz der Ozonschicht verschrieben und die Produktion von ozonschädigenden Chemikalien, vor allem von FCKW, gestoppt. Das zeigte schließlich Wirkung, auch wenn die vollständige Erholung der Ozonschicht nicht von heute auf morgen erfolgen kann und daher auch noch nicht abgeschlossen ist. Aber die Richtung stimmt.

Hilfreiche Bedingungen

In diesem Jahr ist das Ozonloch über der Antarktis sogar so klein ausgefallen wie seit rund 30 Jahren nicht mehr. Seine maximale Ausdehnung betrug 2019 rund zehn Millionen Quadratkilometer, wie die europäische Weltraumorganisation ESA mitteilte. Das sei weniger als die Hälfte der Ausdehnung, die das Ozonloch normalerweise in den vergangenen Jahrzehnten erreicht habe. Außerdem werde sich das Loch in diesem Jahr auch früher schließen. Normalerweise passiere das Ende November oder Anfang Dezember, dieses Jahr werde schon eher damit gerechnet.

"Diese rekordverdächtige Größe und Dauer des kleinen Ozonlochs im Jahr 2019 wurde durch eine Erwärmung der Stratosphäre über dem Südpol verursacht", erklärte Claus Zehner von der ESA. Es sei jedoch wichtig zu beachten, dass dies ein ungewöhnliches Ereignis sei und nicht darauf hindeute, dass sich die globale Erholung der Ozonschicht beschleunige. (red, APA, 8. 11. 2019)