Süleyman Soylu macht seine Drohung wahr und schickt IS-Mitglieder nach Europa.

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Ankara – Die Türkei hat damit begonnen, gefangene ausländische Anhänger der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) wieder in ihre Heimatländer zurückzuschicken. Das berichtete der Staatssender TRT Haber am Montag. Innenminister Süleyman Soylu hatte dies zuvor bereits angekündigt.

Das Innenministerium gab am Montag bekannt, dass unter den Abgeschobenen ein US-Amerikaner und sieben Deutsche seien. Österreichs Außenminister Alexaander Schallenberg zufolge befindet sich unter den am Montag Rückgeführten niemand mit österreichischer Staatsbürgerschaft.

"Nicht erpressen lassen"

"Die Lager, wo österreichische Staatsbürger sich derzeit aufhalten, sind nicht teil des Operationsgebiets der Türken", erklärte Schallenberg am Montag vor dem EU-Außenministerrat. "Ich glaube wir sollen uns auch nicht erpressen lassen", hielt der Außenminister grundsätzlich fest. "Solche türkischen Drohungen im Zusammenhang mit einer Militäraktion die wir schon per se ablehnen, und für falsch halten, sind glaube ich nicht der richtige Weg."

"Gewisse Verantwortung"

Österreichische EU-Kommissar für Nachbarschaftspolitik, Johannes Hahn, sagte zu dieser Thematik, dass diese diskutiert werden müsse. "Man muss auch sehen, wie es dazu gekommen ist. Durch diese militärische Aktion der Türkei sind die IS-Kämpfer befreit worden. Und jetzt soll sich Europa mit diesem Thema herumschlagen. Aber natürlich haben wir da auch eine gewisse Verantwortung was Frauen und Kinder anbelangt."

Es müsse "absolut verhindert werden, dass diese Barbaren wieder auf freien Fuß kommen", sagte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn. Das müsse koordiniert werden. Es handle sich um ein Sicherheitsproblem für die Türkei, die Kurden und ganz Europa.

Soylu sprach davon, dass die Türkei 1.200 IS-Anhänger gefangen halte. Allein während der jüngsten Offensive der Türkei in Nordsyrien seien 287 gefangen genommen worden. (APA/Reuters, 11.11.2019)