Google hat mit Ascension ein weiteres Unternehmen aus dem Gesundheitswesen gewonnen.

Foto: AP Photo/Jeff Chiu

Google hat eigenen Angaben zufolge seinen bisher größten Cloud-Computing-Kunden im Gesundheitswesen unter Vertrag genommen. Durch den Deal mit dem US-Unternehmen Ascension hat der IT-Riese Zugang zu gesundheitsbezogenen Daten erhalten. Die offizielle Bekanntgabe erfolgte jedoch erst, nachdem Medien bereits darüber berichtet hatten. Google wird vorgeworfen den Deal geheim gehalten zu haben.

Zugriff auf Daten von Millionen US-Bürgern

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, dass Google eine Partnerschaft mit Ascension abgeschlossen habe, die dem Konzern Zugriff auf persönliche gesundheitsbezogene Informationen von Millionen US-Bürgern in 21 Bundesstaaten gewährt. Die Zusammenarbeit unter dem Codenamen "Projekt Nightingale" habe bereits 2018 begonnen. Weder Ärzte noch Patienten hätten jedoch bislang davon erfahren.

Die Partnerschaft würde etwa Anwendungen für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen untersuchen, um die klinische Wirksamkeit sowie die Patientensicherheit zu verbessern, erklärte Ascension. Weiter wird berichtet dass die am Projekt beteiligten Daten unter anderem Laborergebnisse, Arztdiagnosen und Krankenhausaufenthalte umfassen und die vollständige Gesundheitshistorie mit Patientennamen und Geburtsdaten beinhalten sollen. Zu diesem Zweck seien die Daten zu Googles Servern hochladen worden, wie auch "Forbes" berichtet. Bei dem Projekt sollen rund 150 Google-Mitarbeiter Zugriff auf die Daten haben.

Google weist Kritik zurück

In einem Blog-Eintrag erklärt Google, dass der Zugriff unter Einhaltung von Industrie-Standards erfolgen würde. Die Verarbeitung von Patientendaten in elektronischen Systemen sei eine übliche Vorgehensweise. Das sei notwendig, um Ascension entsprechende Dienste anbieten zu können. Die Daten dürften dabei nur für diese Zwecke verwendet werden und würden nicht mit anderen Nutzerdaten von Google kombiniert werden. Unter solchen Vereinbarungen arbeite Google auch mit zahlreichen anderen Anbietern aus dem Gesundheitswesen zusammen. Da noch nicht alle Lösungen für Ascension aktiv eingesetzt werden, habe man das Projekt zunächst unter dem Codenamen Nightingale geführt. (red/Reuters, 12.11.2019)