In der Frühzeit des Sonnensystems sind hier zwei Planetesimale – potenzielle Keimzellen der Planetenbildung – zusammengestoßen und haben ein Zwillingsobjekt gebildet.
Foto: AP/NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Washington – Anfang 2019, dreieinhalb Jahre nach ihrem Vorbeiflug am Pluto, passierte die NASA-Sonde New Horizons ein weiteres Objekt des Kuipergürtels. Und das war etwas exotischer geformt als ein Zwergplanet: Es handelt sich um zwei Planetesimale, die gleichsam im Zustand ewiger Kollision aneinander festgebacken sind und die Form eines "Schneemanns" von 36 Kilometer Länge bilden.

Die offizielle Bezeichnung des Objekts lautet (486958) 2014 MU69 – als inoffizieller Name setzte sich aber bald Ultima Thule durch. Der Spitzname bot sich nicht nur deswegen an, weil der Himmelskörper der am weitesten draußen liegende ist, den je ein Raumfahrzeug besucht hat. Er ließ sich praktischerweise auch auf die beiden Ursprungskörper des Zwillingsobjekts – Ultima und Thule – aufteilen.

Der neue Name

Nun, nachdem das Ereignis des Vorbeiflugs längst vorbei ist, hat sich die NASA aber doch für einen anderen Namen entschieden und diesen offiziell bei der Internationalen Astronomischen Union beantragt. Ultima Thule soll von nun an Arrokoth heißen.

Das Wort stammt aus einer der Algonkin-Sprachen der Ureinwohner im Nordosten Nordamerikas und bedeutet so viel wie "Himmel". Diese Sprache, Powhatan, ist bereits ausgestorben – gesprochen wurde sie unter anderem im Gebiet des heutigen US-Bundesstaats Maryland, wo diejenigen astronomischen Einrichtungen betrieben werden, die das Objekt entdeckt haben. (red, 13. 11. 2019)