Eine Mutter steht mit ihrem Kind vor der Ungewissheit.

Foto: Reuters/Carlos Garcia Rawlins

Venezolanische Flüchtlinge warten in einem Lager an der Grenze von Peru und Ecuador.

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Caracas – Mehr als 4,6 Millionen Venezolaner befinden sich nach Angaben der Uno-Flüchtlingshilfe derzeit auf der Flucht. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Flüchtlinge aus dem krisengeschüttelten Land bis 2020 auf bis zu 6,5 Millionen Menschen ansteigen werde, teilte die Organisation mit Sitz in Bonn am Mittwoch mit.

Die Uno-Flüchtlingshilfe sprach von der "größten Flucht- und Migrationsbewegung in der jüngeren Vergangenheit Südamerikas". Weltweit gebe es kaum eine Region, aus der so viele Menschen geflüchtet seien.

Flüchtlingswelle begann 2013

Ein Teil der Menschen habe das Land bereits nach der Wahl von Präsident Nicolás Maduro im April 2013 verlassen, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfe der Nachrichtenagentur AFP. Der Großteil der Menschen sei jedoch erst ab 2014 geflohen. Damals begannen die heftigen Proteste gegen Maduro. Kritiker werfen dem linksnationalistischen Präsidenten eine Untergrabung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie Folter von politischen Gegnern vor.

Der Geschäftsführer der Uno-Flüchtlingshilfe, Peter Rubenstrotz-Bauer, verwies auf die enormen Risiken, denen die Menschen auf der Flucht ausgesetzt seien. So fehle es an Lebensmitteln und Wasser, zudem würden Flüchtlinge oft Opfer von Ausbeutung und sexuellen Übergriffen.

Rubenstrotz-Bauer forderte eine bessere Versorgung der Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten. Zudem bräuchten die Menschen Schutz und Rechtssicherheit, "um nicht weiter in die Illegalität abzudriften".

Hilfsmaßnahmen der Uno

Die Uno-Flüchtlingshilfe ist der Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Deutschland. Die Organisation leistet nach eigenen Angaben Nothilfe in Venezuela und den Aufnahmeländern.

Ein Großteil der venezolanischen Flüchtlinge sucht dem UNHCR zufolge Schutz in anderen lateinamerikanischen Ländern wie den Nachbarländern Kolumbien und Brasilien, aber auch in Argentinien oder der Karibik.

Maduro liefert sich seit Jahren einen Machtkampf mit der Mitte-Rechts-Opposition. Im Jänner erklärte sich Parlamentspräsident Juan Guaidó zum Übergangspräsidenten; der Oppositionspolitiker wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, unter ihnen Deutschland. (APA, 13.11.2019)