Der chinesische Marslander bei Tests in der Provinz Hebei.

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Huaiji – China hat eine Testreihe für seine geplante Mars-Mission abgeschlossen. Das Landemodul, das im kommenden Jahr auf den Roten Planeten geschickt werden soll, wurde am Donnerstag in einer Anlage in der nordchinesischen Provinz Hebei getestet. Dabei wurden Brems- und Ausweichmanöver im Landeanflug geübt und die Schwerkraft auf dem Mars simuliert.

Der Versuch sei ein "wichtiger Teil" der Vorbereitungen für die chinesische Mars-Mission, erklärte der Chef der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA, Zhang Kejian. Die Entwicklung verlaufe bisher "reibungslos". Geplant ist, das Landemodul und einen Rover zunächst in eine Mars-Umlaufbahn zu bringen und dann für eine Erkundungsmission auf dem roten Planeten zu landen, wie Missionsleiter Zhang Rongqiao sagte.

Ambitioniertes Programm

"Die Reise zum Mars wird etwa sieben Monate dauern, die Landung selbst nur sieben Minuten – das ist der schwierigste Teil der Mission", so Zhang Rongqiao.

China will auch in der Raumfahrt eine Großmacht werden und plant neben der unbemannten Mars-Mission im Jahr 2020 auch eine bemannte Mission zum Mond. Im Jänner hatte China bereits als erstes Land eine Sonde auf die erdabgewandte Seite des Mondes geschickt. Bis 2022 ist zudem der Aufbau einer bemannten Raumstation geplant.

China gibt mittlerweile mehr für seine zivilen und militärischen Raumfahrtprogramme aus als Russland und Japan und rangiert damit auf Platz zwei hinter den USA. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schätzte das Budget dafür im Jahr 2017 auf 7,6 Milliarden Euro. (red, APA 14.11.2019)