Filmproduzent Branko Lustig spendete dem Filmzentrum der Gedenkstätte Yad Vashem seinen Oscar, den er für den Film "Schindler's Liste" erhielt.

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Zagreb – Der kroatische Filmproduzent und zweifacher Oscar-Preisträger Branko Lustig, ist am heutigen Donnerstag in Zagreb gestorben. Er wurde 87 Jahre alt, berichtete die Nachrichtenagentur Hina. Der 1932 in der ostkroatischen Stadt Osijek geborene Lustig, der einer jüdischen Familie entstammte, war ein Holocaust-Überlebender und als Kind in den Konzentrationslagern Auschwitz und Bergen-Belsen interniert.

Ein großer Teil seiner Familie überlebte den Holocaust nicht, darunter seine Großmutter und sein Vater. Mit seiner ebenfalls internierter Mutter wurde er nach dem Kriegsende wiedervereint. Seine Erfahrung aus dieser Zeit wurde in den Film "Schindlers Liste" inkorporiert, für den er als Produzent im Jahr 1994 seinen ersten Oscar gewonnen hat, berichtete Hina.

"Meine Nummer war A 3317. Ich bin ein Holocaust-Überlebender. Es ist ein langer Weg vom Auschwitz zu diese Bühne. Ich habe viele Menschen sterben gesehen, ihre letzten Worte waren, sei ein Zeuge von meinem Mord. Erzähle der Welt, wie ich gestorben bin", sagte Lustig in seiner Rede bei der Preisverleihung. Im Jahr 2015 spendete er seine Oscar-Statue der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Seinen zweiten Oscar gewann Lustig im Jahr 2001 für den Film "Gladiator". Für die beiden mit dem Oscar gekrönten Filme erhielt er auch den Golden Globe. Als Produzent wirkte er bei vielen Hollywood-Hits mit, darunter "Peacemaker", "Hannibal" und "Black Hawk Down".

Seine Karriere im Filmgeschäft begann in den 1950er-Jahren als er an der Zagreber Schauspielakademie und bei dem Film zunächst als Aufnahmeleiter gearbeitet hat. Später war er Regieassistent, Produktionsleiter, Filmdirektor und Produzent bei mehr als 100 kroatischen und ausländischen Filmen, schrieb Hina. In den 1980er-Jahren arbeitete Lustig an der US-Miniserie "Der Feuersturm" und der Fortsetzung "Feuersturm und Asche". Im Jahr 1988 zog er in die USA. Vor zehn Jahren kehrte er laut Hina nach Kroatien zurück, wo er als Präsident des Zagreber Jüdisches Filmfestivals tätig war. (APA, 14.11.2019)