Der Bankchef Oleksandr Pysaruk muss nicht in U-Haft, darf Kiew aber nur mit Erlaubnis verlassen.

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Wien – Die ukrainische Bank Aval, Tochter der Raiffeisen Bank International (RBI), hat rund 185.000 Euro Kaution für ihren Chef springen lassen. Er war Anfang der Woche von Ermittlern der Antikorruptionsbehörde Nabu in Kiew vernommen worden, es gehe um Vorwürfe aus Oleksandr Pysaruks früherer Tätigkeit in der ukrainischen Nationalbank, erklärte die RBI.

Der Bankchef muss nun nicht in U-Haft, darf Kiew aber nur mit Erlaubnis verlassen, den Pass hat man ihm für zwei Monate abgenommen. Pysaruk wird seinen Job weiter machen, erklärte Aval-Aufsichtsratschef und RBI-Vorstand Martin Grüll am Freitag, man sei überzeugt, dass er von jedem Verdacht befreit werde. Angeblich trägt Pysaruk eine Fußfessel.

Pysaruk war 2014/15 im Direktorium der ukrainischen Nationalbank, als in diesem Land der Bankensektor saniert wurde. Die jetzigen Ermittlungen drehen sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um die Gewährung von Staatshilfen an die kurz danach geschlossene VAB-Bank 2014. (gra, 15.11.2019)