Auch Irans Telekommunikationsminister Asari-Jahromi ist gegen die Internetsperre.

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Die angesichts landesweiter Unruhen im Iran seit Samstag geltende Internetsperre soll nach offiziellen Angaben für unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. Die ursprünglich zunächst für 24 Stunden angeordnete Unterbrechung werde "bis auf weiteres" bestehen bleiben, teilte das Telekommunikationsministerium am Montag in Teheran mit.

Zugang gebe es nur zu nationalen Webseiten wie etwa Banken, per Internet buchbaren Taxen oder heimischen Medien. Diese stehen jedoch unter strenger staatlicher Kontrolle.

Minister zeigt sich solidarisch

Telekommunikationsminister Muhammed-Jwad Asari-Jahromi bedauerte die Internetsperre. "Ich bin über den Unmut der Menschen informiert und kenne auch die daraus resultierenden Probleme", sagte der Minister. Die Sperrung habe dem Volk sowie dem politischen System geschadet. Aus Solidarität mit den Menschen habe auch er seit der Sperre kein Internet mehr benutzt, sagte der 37 Jahre alte Minister der Nachrichtenagentur Isna zufolge.

Jahromi selbst kämpft seit seinem Amtsantritt im August 2017 gegen die Internet-Zensur im Iran und fordert vehement ein freies Internet im Land. Daher gehört er auch zu den wenigen iranischen Politikern, die besonders bei Jugendlichen beliebt sind. (APA, 18.11.2019)