Die Berliner Polizei auf einem Archivbild.

Foto: REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin – Spezialkräfte haben am Dienstag in Berlin einen Syrer festgenommen, der einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben soll. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft dem 37-Jährigen vor, sich seit Jänner 2019 Bauteile und Chemikalien für den Bau einer Sprengvorrichtung besorgt zu haben. Diese sollte demnach zu einem unbekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort gezündet werden, um möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen.

Der Vorwurf lautet auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Im August und September soll der Mann unter anderem Aceton und Wasserstoffperoxidlösung gekauft haben. Beides wird für die Herstellung des hochexplosiven Sprengstoffs Triacetontriperoxid benötigt.

Es sei daher anzunehmen, dass der 37-Jährige beabsichtigt habe, diesen Sprengstoff herzustellen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Der Mann wurde auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Tiergarten festgenommen. Seine Wohnung wurde auf Anordnung des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof durchsucht.

Chatgruppe mit IS-Bezug

Laut der Berliner Generalstaatsanwaltschaft soll der Mann auch seit dem Frühjahr in neun Fällen in einer der Jihadistenmiliz IS nahestehenden Chatgruppe Anleitungen zum Bau von Waffen und zum Herstellen von Sprengstoff ausgetauscht haben. Zweck des Chats soll der Behörde zufolge die Vorbereitung von Terroranschlägen gewesen sein.

Die ausgetauschten Anleitungen hätten sich auf die Herstellung von Plastiksprengstoff, Paket- und Magnetbomben sowie Türfallen mit Explosivstoffen, Kalaschnikow-Sturmgewehre vom Typ AK-47, Maschinenpistolen und weitere Schusswaffen bezogen, erklärten die Berliner Ermittler. Ermittelt wird hier wegen des Verdachts der Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Das ARD-Hauptstadtstudio berichtete, der Festgenommene sei seit Monaten im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. Das Berliner Landeskriminalamt habe die Ermittlungen an das Bundeskriminalamt übergeben. Erste Hinweise auf den Mann habe der Verfassungsschutz von einem ausländischen Geheimdienst erhalten. (APA, 19.11.2019)